Marantz tanzt mit seinem jüngsten Modell PM8006 ein wenig aus der Reihe. In einer Welt, in der sich alles um Streaming, Hi-Res Audio, WiFi und Bluetooth-Übertragung zu drehen scheint, zeigen die Japaner viel Herz für Vinyl-Liebhaber.

Beim „Neuen“ handelt sich um einen rein analogen Vollverstärker, der ordentliche 70 Watt pro Kanal liefert und somit für eine eine große Bandbreite an Lautsprechern infrage kommt. Getreu dem langjährigen Firmenmotto „because music matters“ hat sich Marantz bei der Entwicklung anspruchsvollen Musikliebhabern verpflichtet.

Völlig neue Phono EQ-Stufe

Der Marantz PM8006 kommt im Dezember zum UVP von 1199 Euro in Schwarz oder Silber-Gold in den Handel. In ihm steckt die grundlegend neu konstruierte, so genannte Marantz Musical Phono EQ-Stufe.

Dieses außergewöhnliche Bauteil garantiert nach Hersteller-Angaben eine maximale Rauschreduzierung sowie höchste Signalklarheit beim Abspielen von Schallplatten und feiert im Neuzugang Premiere. Zudem bietet der Verstärker eine aufwändig aufgebaute Vorverstärkerstufe mit neuer elektronischer Lautstärkeregelung für eine besonders präzise Musikwiedergabe.

Elektronische Lautstärkeregelung

Marantz behauptet, eine der höchstentwickelten Phono-Stufen in der Branche überhaupt verbaut zu haben, die jegliche externe Phono-Vorverstärker überflüssig macht. Technisch gesehen würden HDAM-Module mit JFETs (Junction gate Field Effect Transistors) kombiniert.

Marantz hat eigene Platinen mit diskreten Schaltkreisen als Ersatz für Standard-ICs entwickelt. Diese HDAM bestehen aus in diskreter SMD-Technik aufgebrachten Komponenten mit kurzen, gespielten L/R-Signalwegen. Diese Geräte machen genau dasselbe wie die Operationsverstärker, übertreffen herkömmliche IC-Operationsverstärker jedoch erheblich in Bezug auf die Anstiegsgeschwindigkeit und die Reduzierung des Geräuschpegels. Daraus ergibt sich ein dynamischerer, genauerer und detaillierterer Klang.

Auf diese Weise erhöhe sich die Impendanz, sodass der Signalweg durch das Weglassen von Kopplungskondensatoren vereinfacht werden kann. Die zweistufige Verstärkung der Phonostufe verarbeitet die sehr kleinen Signalpegel, die von Tonabnehmern erzeugt werden, mit minimaler Verzerrung.

Reinrassiger Class A-Verstärker

Für höchste Präzision werden bei der Wiederangleichung der RIAA-Kurve (Platten-Standard der Recording Industry Association of America) passive und aktive Sektoren verbunden: Diese Korrektur erfolgt in einem HDAM, während die Verstärkung von einem hochwertigen Class A Operationsverstärker ausgeführt wird.

Um beim Musikhören eine besonders akkurate Balance der Kanäle und Klarheit des Klangs zu erreichen, kommt im PM8006 eine neuartige Lautstärkeregelung zum Einsatz. Diese nutzt einen analog anmutenden Lautstärkeknopf zur Steuerung der elektronischen Anpassung über einen Mikroprozessor.

Verbesserte Geschwindigkeit und Dynamik

Zwei maßgeschneiderte Paare Marantz Lautsprecher-Terminals mit A/B-Umschaltung stehen zur Verfügung. Diese Anschlüsse bestehen aus massivem Messing und wurden mit einer kräftigen Silberbeschichtung versehen, wodurch ein extrem zuverlässiger Kontakt mit den Lautsprecherkabeln gewährleistet wird.

Das Gesamtdesign des Verstärkers konzentriert sich auf kürzestmögliche Signalwege und eine High Instantaneous Current-Struktur, d. h. das Modell ist technisch in der Lage, einen hohen Strombedarf – falls erforderlich – extrem schnell zur Verfügung zu stellen. Diese Faktoren sorgen für eine verbesserte Geschwindigkeit und Dynamik.

„Tri-Tone“ Regler an Bord

Ferner ist der PM8006 mit den markanten „Tri-Tone“-Reglern von Marantz ausgestattet, welche die separate Justierung von Bass-, Mitten- und Hochfrequenzen (dreifache Klangregelung) ermöglicht. Außerdem zählen – zusätzlich zu fünf Eingängen und der MM-Phonostufe – ein Vorverstärkerausgang sowie Endstufeneingänge für zukünftige Systemerweiterungen oder eine Integrierung in ein Heimkinosystem zu den Features.

Als Eingangspuffer, der ihn weniger empfindlich für die Ausgangseigenschaften angeschlossener Klangquellen macht, erfolgt die Stromzufuhr zum Verstärker über einen doppelt abgeschirmten Ringkerntrafo. Aus Gründen der Stabilität und Vibrationsfestigkeit wurde das Gerät mit einer dreifach verstärkten Bodenplatte und schwingungsdämpfenden Füßen versehen.