Bei BenQ war man so gut und hat uns den BenQ EX2780Q für einen umfassenden Test zur Verfügung gestellt. Hierbei handelt es sich um einen Gaming-Monitor, der mit entsprechenden Features daher kommt, die das Spielvergnügen nach oben treiben sollen. Ob dies auch in der Umsetzung klappt, soll unser Test zeigen.

Zuvor möchte ich den geschätzten Kollegen Udo zitieren und unser Paradigma für Tests dieser Art herausstellen (aus seinem Test zum Samsung 55Q7C):

Dies ist ein subjektiver Test ohne Hinzunahme von Auswertungsprogrammen. Wir testen den Fernseher und das, was das menschliche Auge wahrnehmen kann und bewerten dies aufgrund unserer Wahrnehmung. Natürlich kann das Bild im Nachhinein noch optimiert und auf die eigenen Bedürfnisse angepasst werden. Wir bekommen für diese Tests kein Geld oder sonstige Vergütungen. Wir betreiben das Thema aus Leidenschaft und möchten Euch bei der Kaufentscheidung helfen, in dem wir das Produkt testen und unsere ehrliche (persönliche!) Meinung dazu teilen.

BenQ EX2780Q: Die technischen Eigenschaften

Kommen wir zunächst zu den technischen Eigenschaften des Monitors: es gibt eine Auflösung von 2560×1440 Pixeln (WQHD), eine Reaktionszeit von 5 Millisekunden, ein 27 Zoll großes Display, ein IPS-Panel, 144 Hz, ein LED-Backlight, zwei HDMI-Anschlüsse sowie je einen DisplayPort- und USB-C-Anschluss. Der native Kontrast liegt bei 1.000:1.

Im Test tritt der BenQ gegen einen, zugegebenermaßen in die Jahre gekommenen, Eizo FG2421 an. Wer sich für das BenQ-Modell interessiert, der kann dieses bei Amazon für rund 485 Euro kaufen.

Welche Funktionen bietet der BenQ EX2780Q?

Natürlich bietet der Gaming-Monitor von Haus aus gleich eine Menge an Funktionen, die sich einstellen lassen. In diesem Rahmen ist auch zu erwähnen, dass BenQ diverse Funktionen integriert hat, die der Gesundheit der Augen zuträglich sein sollen, Stichwort: Eye-Care-Technologie.

Credit: BenQ EU

Diesbezüglich gibt es unter anderem die Möglichkeit, das blaue Licht des Monitors reduzieren, das nicht nur den Melatoninspiegel senken soll, sondern auch mit Schäden am Auge in Verbindung gebracht wird – zumindest der zweite Aspekt gilt als umstritten. Jedenfalls kann der Monitor das blaue Licht reduzieren, was im besten Falle die Augen schont und den Körper nicht daran hindert, das Schlafhormon Melatonin zu produzieren. Und falls dies wissenschaftlich bzw. tatsächlich doch nicht der Fall sein sollte, so empfinde zumindest ich es als angenehmer, auf einen Bildschirm mit geringem blauen Licht zu schauen.

Die Pluspunkte auf einen Blick

Vorweg: der BenQ-Monitor ist natürlich speziell für’s Zocken gedacht, aber kaum jemand wird nur am PC spielen, vielmehr sind auch Office-Anwendungen, Netflix & Co. oder normales Surfen alltägliche Aufgaben, sodass ich mich innerhalb dieses Tests auch, wenngleich nur marginal, mit diesen Aspekten beschäftigt habe. In erster Linie geht es mir aber selbstredend darum, wie sich der Monitor im Bereich der Spiele schlagen kann.

Gaming im Fokus: Diverse Spiele im Test

Zunächst wird deshalb das PC-Gaming in den Fokus gestellt, bei dem mir ein Aspekt direkt ins Auge gesprungen ist: die 144 Hz wirken sich im Vergleich zu 60 Hz deutlich aus und fühlen sich an wie eine komplett neue Welt. Gefühlt ist das Bild deutlich schärfer und klarer, die Darstellung bedeutend flüssiger. Insbesondere im Rahmen von CS:GO ist mir dies aufgefallen, aber auch bei Rocket League war der Unterschied deutlich spürbar. Interessant ist hierbei auch, dass der Unterschied auch Dritten, die nicht technikaffin sind, quasi mit dem ersten Blick aufgefallen ist.

Um das Ganze zu elaborieren: der Unterschied zwischen 60 Hz und 144 Hz kommt insbesondere bei FPS-Games zum Tragen, allen voran bei CS:GO konnte ich den Unterschied bemerken. Und nicht nur das, denn auch habe ich besser spielen können, da das Spiel einfach flüssiger läuft und gefühlt besser auf meine Bewegungen (gerade mit der Maus) reagiert hat. Besonders in Verbindung mit den 128-Tick-Servern von FaceIt hat sich dieser Vorteil bemerkbar gemacht und das Spielvergnügen auf ein neues Niveau gehoben.

Was mir sehr gut gefallen hat, ist die Vielseitigkeit des EX2780Q. Dieser kann natürlich und insbesondere bei schnellen Shootern seine Trümpfe ausspielen, aber überzeugt auch bei Spielen, die nicht auf Geschwindigkeit setzen, sondern eher auf ein stimmiges Bild. Die Darstellung von Red Dead Redemption 2 oder Men of Medan hat mich auf andere Art überzeugt als bei CS:GO oder Rocket League, dennoch konnte sich der Monitor auch in diesen Spielen von seiner besten Seite zeigen.

Natürlich muss an dieser Stelle aber gesagt sein, dass sich der Monitor mit seinen technischen Eigenschaften gerade an Spieler richtet, die oft Shooter wie CS:GO, Call of Duty oder ähnliche Titel spielen, bei denen sich vor allem die 144 Hz ideal zur Geltung bringen lassen. Nichtsdestotrotz bedeutet dies nicht, dass sich der BenQ EX2780Q nicht auch für Spiele anderer Genres eignet – im Gegenteil.

Ebenfalls angemerkt sei, dass sich die 144 Hz nur dann voll entfalten, wenn auch die FPS entsprechend hoch sind. Angesichts der Auflösung von 2560×1440 Pixeln ist demnach eine potente Grafikkarte empfehlenswert, die eine konstant hohe FPS-Zahl bieten kann. Hier kam im Test eine Nvidia GeForce GTX 1080 zum Einsatz, die sich für ihr Alter noch gut geschlagen hat. Für neue AAA-Titel würde ich aber gleich eine Stufe höher schauen, also zur GeForce RTX 2080 Ti.

Office, Netflix & Co.

Kommen wir nun zu Office-Anwendungen, Netflix, YouTube und Surfen: in all diesen Belangen kann der BenQ EX2780Q ebenfalls beste Dienste leisten. In puncto Netflix und YouTube sind die HDR-Modi sehr gut geeignet, um ein immer passendes und stimmiges Bild zu erzeugen. Bei Office-Anwendungen sind Größe und Auflösung des Monitors geeignet, um auch zwei bis vier Dokumente parallel darzustellen, ohne allzu viel an Produktivität einzubüßen.

Insbesondere im Alltag hat sich der Monitor bei mir bewähren können, sei es beim Surfen, bei Office-Anwendungen oder dem Anschauen von Twitch, YouTube, etc. Ich hatte keinerlei Probleme mit der Darstellung, die vielen Modi des Monitors haben mir die Einstellung für die einzelnen Bereiche erleichtert und es mir ermöglicht, zwischen Anwendungen schnell auf spezifische Einstellungen zu wechseln, die jeweils das bestmögliche Bild mit sich bringen.

Ausleuchtung, Aufbau und weitere Aspekte

Ebenfalls erfreulich ist, dass die Ausleuchtung des Monitors ausgeglichen ist und es nicht Ecken oder Punkte gibt, an denen die Ausleuchtung zu stark oder zu schwach daher kommt. Generell ergibt sich ein sehr stimmiges Bild, was bei mir bei keiner Anwendung auch nur irgendwelche Anlässe für Kritik geboten hätte.

Getestet habe ich den Monitor in diversen Kategorien sowohl bei Tageslicht als auch bei Beleuchtung mittels Decken- und Schreibtischlampe. In keiner Variante hat sich der Monitor auch nur eine Schwäche anmerken lassen, vielmehr war das Geschehen auf dem Bildschirm zu jeder Zeit sehr gut verfolgbar und unabhängig von den Lichtverhältnissen gab es ein sehr gutes Bild zu sehen.

Ein weiterer Pluspunkt, der im Gesamtergebnis nicht viel ausmacht, aber dennoch lobend erwähnt werden soll, ist der schnelle und unkomplizierte Aufbau. Alles ist schnell an Ort und Stelle gebracht und ein simpler Schraubendreher genügt vollkommen, um den Monitor innerhalb ein, zwei Minuten standfest aufzubauen.

  • 144 Hz gegenüber 60 Hz um Welten besser
  • diverse HDR-Modi
  • sehr scharfes Bild
  • gute Größe auch für Office-Arbeiten
  • schneller Aufbau

Hier ein ein Videoreview, das den Monitor in Aktion zeigt:

Die Kritikpunkte in der Übersicht

Kommen wir nun zu den negativen Aspekten, von denen es glücklicherweise nicht allzu viele gibt, zudem handelt es sich zumeist um subjektive Kritikpunkte. Angefangen bei der Tatsache, dass sich der Monitor nur über eine separate Fernbedienung steuern lässt, was für mich bedeutet, ein Device mehr auf dem Schreibtisch liegen zu haben und in gewissen Konstellationen (z.B. im Spiel) unpraktisch sein kann.

Credit: BenQ EU

Darüber hinaus gibt es den BenQ EX2780Q bisher nur in braun-bronzener Farbausführung, die den gesamten Lautsprecher am unteren Rand des Monitors abdeckt. Ich mag weder Braun noch Bronze als Farbe, sodass mir dieser Anblick nicht gefällt. In schlichtem Schwarz oder auch Silber würde mir das Design gleich viel besser gefallen – aber wie gesagt, der Punkt ist ebenfalls rein subjektiv.

Was man dem Monitor selbst nicht vorwerfen kann, was aber bei mir beim Kauf definitiv eine Rolle spielen würde: dass es nicht gleich 240 Hz oder 4K-Auflösung gibt. Wer viele FPS-Titel spielt, der dürfte mit 240 Hz noch einmal besser fahren, muss dementsprechend aber auch tiefer in die Tasche greifen. Trotzdem würde ich persönlich gleich zu einem Modell mit 240 Hz greifen.

  • leider nur über Fernbedienung steuerbar
  • brauner Lautsprecher nicht mein Geschmack

Endergebnis: Überzeugender Auftritt

Fazit: Mir hat der BenQ EX2780Q sehr gut gefallen, gerade im Vergleich mit dem oben genannten Eizo haben mir die 144-Hz-Darstellung und das sehr scharfe Bild imponiert. Für wen sich der EX2780Q meiner Meinung nach eignet? Für alle, die einen Gaming-Monitor suchen, der generell für eine Vielzahl von Spielen sehr gut geeignet ist.

Insbesondere Rocket League hat mir viel Freude auf dem Monitor bereitet, aber auch Titel wie CS:GO, PUBG oder Men of Medan (gerade im HDR-Modus) liefen deutlich besser als auf dem Eizo-Vergleichsmodell. Wer aber fast ausschließlich FPS-Spiele spielt, der sollte wohl schon auf ein Modell mit 240 Hz bauen.

Alles in allem würde ich den EX2780Q aber kaufen, wenn dieser ins Budget passt bzw. ich nicht gleich auf einen 240-Hz-Monitor setzen wollte. Und ich muss nach diesem langen Test sagen: ich werde den Monitor auf meinem Schreibtisch schmerzlich vermissen.

[Bilder: BenQ EU]