Ihr seid auf der Suche nach einem soliden Home-Cinema-Lautsprecher-Set, bleibt auch bei vollmundigen Ankündigungen namhafter Hersteller eher cool und kritisch und wollt keinesfalls die Katze im Sack kaufen? Vielleicht wäre eine Garnitur aus der neuen Bose Acoustimass-Serie genau richtig? Probieren geht über studieren, sagt der Volksmund. Die Amis haben nix dagegen und gewähren euch gerne eine 30-tägige Probezeit in den eigenen vier Wänden. So what?

Falsch machen kann man beim Kauf von Bose-Produkten meiner unmaßgeblichen Meinung nach sowieso nichts. Der Name ist längst Synonym für technische Innovationen, beinahe pathetischen Ehrgeiz und clevere Lösungsansätze. Gerade in puncto Raumklang hat sich das Unternehmen schon reichlich Lorbeer verdient, aber nie auf eben diesem ausgeruht.

Das Stereo-Dreieck aufgeweitet

Opas Traum in den Siebzigern: die Bose 901-Series Lautsprecher mit Steuergerät.

Opas Traum in den Siebzigern: die Bose 901-Series Lautsprecher mit Steuergerät.

Mit Direct-Reflecting-Boxen fing es relativ kurz nach der Unternehmensgründung vor gut 50 Jahren an. Schallwandler, die dank beweglicher Hoch-Mittelton-Elemente Raumwände als Reflektoren nutzten, öffneten die Tür in eine neue akustische Dimension. Das starre „Stereo-Dreieck“ (links und rechts eine direkt abstrahlende Box, genau in der Mitte hatte der Zuhörer zu sitzen) wurde erfolgreich aufgeweitet, die Audioanlage passte sich dem Wohnraum an und nicht umgekehrt. Das Acoustimass-System als logische Konsequenz dieser Intuition ist heute ebenso Kult wie die typischen Bose- 901-Series Lautsprecher auf grazilem Aluminium-Fuß, von denen der Opa in den 1970er-Jahren träumte.

Gleich nachdem die ersten Surround-Receiver Ende der 1980er-Jahre in den Regalen standen und noch niemand etwas von Dolby-Digital oder DTS ahnte, entzückten putzige quadratische Würfel nicht nur hippe Designer und Hausfrauen mit ausgeprägter Boxen-Allergie, sondern sogar gestrenge Test-Redakteure etablierter Fachzeitschriften, die den Klang dieser im ersten Moment nicht als Lautsprecher zu identifizierenden Dinger bewerteten und dabei häufig nach Worten und Argumenten rangen. Das eherne Gesetz „je mehr Membranfläche, desto besser der Klang“, schien nicht mehr in Granit, sondern eher in Sandstein gemeißelt zu sein: es bröckelte!

Rechts und links neben dem Fernseher wurde so ein „Satellit“ – in der Oberfläche kleiner als eine CD-Hülle – platziert, direkt unter der Mattscheibe ein dritter als „Center“, hinter der Couch auf beiden Seiten die Surround-Elemente – schon konnte es losgehen! Erstmals erschrak man fürchterlich, als der Tatort-Kommissar wie im Bild direkt neben einem stand und seinen Assistenten um Handschellen bat. Wie schön war es, als man mit der neuen Flamme den „Weißen Hai“ guckte und es genoss, dass sich das Mädel gruselte und verkrampft anschmiegte, als der Riesenkarpfen zu den ersten Takten des legendären Soundtracks durch die Bude paddelte.

Konsequente Arbeit an der Basis

Die Basis, das solide Fundament für den umwerfend neuen akustischen Eindruck, lieferte der dezent gestaltete Subwoofer, den man getrost irgendwo verstecken konnte, ohne dass man den Klang dadurch nachhaltig verschlechtert hätte. Bis jetzt hat sich dieses Bose-Prinzip nicht verändert und ist für fast alle anderen Hersteller Standard. Was perfekt ist, kann man eben schlecht revolutionieren. Höchstens ein bisschen „pimpen“.

Und selbstverständlich wurde im Lauf der Jahre bei Bose immer weiter getüftelt und optimiert. Die aktuellen Sets mit ihren Direct/Reflecting-Cube-Speakers stellen keine großen Ansprüche an Verstärker-Endstufen und liefern mühelos raumfüllenden Klang aus fünf Lautsprechern plus Acoustimass-Modul, sprich: Woofer. US-patentierte Technologie nebst leistungsstarken Treibern gewährleistet kraftvolle, verzerrungsfreie Klangfundamente.

Fünf putzige Satelliten und ein Woofer - Acoustimass 6.

Fünf putzige Satelliten und ein Woofer – Acoustimass 6.

Das Acoustimass 6 home cinema speaker system mit den ganz typischen „Würfeln“ wird zum Listenpreis für knapp 900 Euro angeboten. Geht aber auch billiger. Acoustimass 10 mit aufwändiger konstruierten, rechteckigen Satelliten schlägt nach Herstellerangaben mit etwa 1300 Euro zu Buche. Oder auch nicht. Wer nochmal 500 Euro  oder weniger drauflegt, kann in Bose-Stores beziehungsweise bei autorisierten Bose-Händlern das SoundTouch 520 home cinema system erwerben. Auch das besteht aus fünf kompakten Lautsprechern plus Bassmodul. Das Zauberwort hier lautet indes „kabellos“, denn nach einer WLAN-Verbindung mit dem Heimnetzwerk oder bluetooth-fähigen Geräten kann die Party starten.

Der Klang wird stets „maßgeschneidert“. Parkettboden, weiche Teppiche, spezielle Abmessungen des Raumes: solche Aspekte können sich auf den Sound auswirken. Hier kommt das ADAPTIQ Audio Calibration System ins Spiel. Es passt die Klangwiedergabe der Bose-Lautsprecher an die akustischen Bedingungen an und optimiert die Wiedergabe.

Dank Sound Touch kann man Songs über Spotify oder Deezer streamen und Internetradiosender nebst eigener digitaler Musikbibliothek kabellos steuern.

Am Ende dieser Ausführungen erdreiste ich mich forsch, ein grundsätzliches Urteil zu fällen. Wer bei der optimalen Realisierung seiner Vorstellungen vor seinem ganz privaten geistigen Auge den Begriff „Zimmerlautstärke“ öfter blinken sieht als zum Beispiel „Bassdruck“ oder „Inferno“, ist bei Bose Acoustimass bestens aufgehoben. Für weitere Einsatzgebiete verwenden die Boys und Girls aus Massachusetts andere Kaliber…