Wie stellt man sich als Laie mit üppiger Phantasie ein typisches Heimkino vor? Ganz klar: großer, vornehm wirkender Raum mit edlem, dicken Teppichboden. Wände, die mit Stoff verkleidet sind, prunkvolle Leder-Sitzmöbel mit motorischen Verstellmöglichkeiten, eine mindestens drei Meter breite Leinwand hinter einem kino- typischen Vorhang, gedimmtes Licht, versteckte Elektronik, vollautomatischer Ablauf.

Will heißen: Eintreten, hinsetzen, entspannt „Aaah“ machen und darauf warten, bis sich der textile Stoff vor der Leinwand wie weiland bei der Augsburger Puppenkiste wie von Zauberhand öffnet und statt dem Kasperl der Terminator in den Raum schaut. Oder jemand anderes. Ganz nach Gusto.

Das Reihenhaus als Störfaktor

Was aber, wenn man seine Lieblingsfilme sehr wohl auf der großen Leinwand genießen will, aber zufällig kein eigener Heimkinoraum verfügbar ist und die strikte Erhaltung klassisch-wohnlichem Ambientes in der guten Stube nach strengem Diktat der Herrin des Hauses an erster Stelle steht? Und wenn es sich zudem um gar kein echtes, sondern „nur“ um ein Reihenhaus handelt?

In so einem Fall ist es günstig, wenn man weiß, dass es das HiFi-Forum Baiersdorf gibt, in dem begnadete Experten tagtäglich mit der Realisierung cineastischer Privat-Träume beschäftigt sind. „Geht nicht gibt’s nicht“, predigt mit mahnend erhobenem Zeigefinger der Chef Heiko Neundörfer und blättert locker aus dem Handgelenk ein paar eindrucksvolle Bilder auf den Tisch.

Wie Sie sehen, sehen Sie nichts

„Beim Betreten des Wohnzimmers im Erlanger Reihenhaus ahnt man nichts von der 2,20 Meter breiten Leinwand und den großen Kinoabenden, die hier stattfinden“, kichert er schelmisch, in lebhafter Erinnerung schwelgend. Tatsächlich ist an der Wand gegenüber des Sofas lediglich ein 50-Zoll Pioneer-Flachbildfernseher zu sehen, der von zwei Frontlautsprechern und einem Center der B&W 800er Serie eingerahmt wird.

Das Ganze wurde geschickt in eine Trockenbau-Wandnische eingepasst, so dass sich die hohen Standlautsprecher harmonisch in den Gesamtraum einfügen, ohne dominant zu wirken. Die weißen Rear-Speaker sind links und rechts hinter dem Sofa an der Wand montiert. Resultat: optimales Wohnzimmer-Ambiente! Kein Gemecker.

Per Knopfdruck in den Heimkino-Modus

Oberhalb des Fernsehers wurde eine Stewart-Motorleinwand in die Wandnische integriert, die sich im aufgerollten Zustand unauffällig hinter einer Verblendung versteckt. Das elektronisch maskierbare Greyhawk-Tuch bringt selbst bei weißen Wänden und in helleren Räumen optimalen Kontrast.

Auf Knopfdruck kann von „Wohnzimmer“ auf „Heimkino“ umgeschaltet werden. Dabei sorgen vom HiFi Forum einprogrammierte Szenarien in der RTI Funkfernbedienung dafür, dass es wirklich nur eine kleine Fingerbewegung braucht, um die Leinwand auszufahren, den Beamer anzuknipsen und die Elektronik auf Blu-ray-Betrieb zu programmieren.

Die versteckte Augenweide

Sodann schlägt die Stunde für einen 7.1 Mehrkanalprozessor mit Endstufe und einen CD-Player der Rotel 15er-Serie. Als Zuspieler für Filme wird eine Sony Playstation verwendet, die ein integriertes BD-Laufwerk besitzt. Eine wahre Augenweide ist das Towai-Tosch-Steinrack, in dem die wuchtige Elektronik eine neue Heimat fand.

„Ist die Dame des Hauses nicht da, ertappt man sich dabei, zu erwähnen, dass es fast schade ist, dass dieses Schmuckstück – ich meine das Rack – so geschickt hinter dem Sofa platziert ist, dass es beim Betreten des Raums überhaupt nicht auffällt“, kichert der Chef schon wieder.

Selbst der Beamer ist unsichtbar

Herzstück des Wohnzimmer-Heimkinos ist der Sony 3D 4K-Projektor VPL-VW 1000 ES. Er strahlt in Referenz-Qualität auf die Leinwand. Trotz seiner eindrucksvollen Abmessungen bemerkt man auch ihn zunächst nicht, da er in einer achteckigen Einhausung direkt an einem Trockenbau-Panel mit farbiger Beleuchtung untergebracht ist.

Das Deckenpanel ist direkt mit der Wandnische bei Leinwand und Lautsprechern verbunden. So gelang es, alle Kabel „unsichtbar“ zu verlegen. Der Beweis ist erbracht: selbst voluminöse eletronische Komponenten können handelsüblichen Wohnzimmern einverleibt werden, ohne optisch anzuecken. Und die Moral von der Geschicht´: Hast Du ein Reihenhaus, vergiss das Heimkino nicht.