Unter jüngeren Leuten mag es bereits in Vergessenheit geraten sein: Ab Mitte der 1970er Jahre gehörte die Marke Kenwood mehr als drei Jahrzehnte lang zu den führenden Anbietern von HiFi- und vor allem Car-HiFi-Komponenten. An diese Tradition möchte die Firma nun anknüpfen und präsentiert auf der IFA 2017 ein nagelneues Kenwood Stereosystem.

Statt mit einem Paukenschlag wird die „Wiedergeburt“ eher mit einem dezenten Gong eingeläutet. Die M-817DAB genannte kompakte HiFi-Anlage kostet lediglich 199 Euro und kommt ab Herbst im Retro-Look mit einem Steuergerät, zwei Lautsprecherboxen und einer Infrarot-Fernbedienung daher.

UKW- und DAB+ Tuner an Bord

Sie kann wesentlich mehr, als man ihr auf den ersten Blick zutraut. So bietet sie neben dem Empfang von analogen UKW-Sendern die Möglichkeit, die in Deutschland mittlerweile schon bald 200 digitalen Radioprogramme der DAB+ Stationen wiederzugeben. Alle am jeweiligen Standort verfügbaren Sender speichert sie vollautomatisch ab.

Außerdem verfügt das Stereosystem über einen CD-Spieler sowie ein integriertes Bluetooth-Modul. Es ermöglicht den Empfang der von einem Smartphone, Tablet oder Notebook drahtlos gestreamten Musik. Selbstverständlich lassen sich auch per Kabel externe Zuspieler anschließen.

USB-Port, Miniklinken-Eingang

Ein USB-Port an der Gerätefront nimmt Audiodaten von Sticks und Festplatten entgegen, ein analoger Miniklinken-Eingang steht für Musikplayer, TV-Geräte oder andere Audiokomponenten mit einem Kopfhörer- oder Vorverstärkerausgang bereit.

Für optimierte Klangqualität sorgen fünf vorprogrammierte Equalizer-Einstellungen (Flat, Classic, Jazz, Rock, Pop), separate Klangregler für Höhen und Bässe sowie ein kräftiger Verstärker mit zwei Mal 50 Watt Ausgangsleistung plus im Lieferumfang befindliche Zweiwege-Lautsprecher. Sie sind optisch auf das in zwei Gehäuseausführungen lieferbare Design des CD-Receivers abgestimmt und jeweils mit einem 130 Millimeter großen Tiefmitteltöner sowie einer 30 Millimeter-Hochtonkalotte ausgestattet.

Bescheidene Ansprüche genügen

Fazit: viel Wirbel muss Kenwood um ein dermaßen zögerliches Comeback wahrlich nicht machen. Nicht, dass diese kleine Stereo-Anlage von minderer Qualität wäre, aber um wesentlich mehr als ein besseres Küchenradio handelt es sich nicht. An Hi-Res oder luxuriöse Anschlüsse für die Besitzer edler HiFi-Bausteine darf man gar nicht denken. Ein Miniklinken-Eingang reicht bei weitem nicht aus, um moderne Gerätschaften einzubinden.

Wer mit vernetzten Multiroom-Anlagen, „gepimpten“ Verstärkern und „allesfressenden“ CD-Playern sowieso nichts anzufangen wüsste, sondern lieber bloß ein bisschen Radio hören und MP3-Dateien abspielen will, findet alles, was er braucht. Außer zum Beispiel einen Phono-Eingang für den guten alten Plattenspieler.