Die Zuschrift eines Ultra HDTV.net-Lesers ließ wenig Raum zur Spekulation. Samsung habe sich den Markennamen QLED gesichert. Auf der Consumer-Electronics-Show (CES) im Januar in Las Vegas würden die Südkoreaner angeblich eine neue Geräte-Generation präsentieren, die alles bisher dagewesene in den Schatten stellt. Basierend auf revolutionären QLED-Panels, die gänzlich ohne LCDs als Hintergrundbeleuchtung auskommen, OLED-Displays links überholen und sozusagen der würdige Nachfolger des Plasma-Flatscreens sind.

Nur ein Gerücht? Dann würde es sich in der Szene schneller verbreiten und ganz gewiss ließen sich auch offizielle Pressesprecher finden, die es lächelnd in das Reich der Märchen und Fabeln verweisen, um Medienvertretern wichtigere „Haus-Mitteilungen“ anzubieten. Oder aber der „Code of Silence“ wurde ausgerufen. Kein Wort zu niemandem, bis die Bombe geplatzt ist. Beide Taktiken kann man aus Sicht egal welchen Unternehmens verstehen. Es soll ja eine gelungene Überraschung werden.

Eine neue Epoche oder optimierte Details?

Außerdem sind Quantum Dots, also Quantenpunkte, die für den Begriff QLED stehen, ja längst in Ultra-HD-TVs von Samsung und Panasonic verbaut. Weshalb also die Aufregung? Simple Antwort: weil ein „reinrassiges“ QLED-Display, welches ganz ohne die Illumination von LCDs auskommt, das beste aus zwei Welten, nämlich Spitzenhelligkeit, perfekte Kontrastumfänge und Schwarzwerte sowie Langlebigkeit vereinen könnte.

Samsung SUHD-TVs mit Quantum-Dot-Technologie schaffen es bereits jetzt, 95 Prozent des DCI-P3 Farbraumes abzudecken. Für hoch giftiges Cadmium, das in der Anfangszeit bei der Produktion verwendet werden musste, sollen bereits Alternativen gefunden worden sein. Kann Samsung also bereits nächstes Jahr und nicht erst 2019 durchstarten? Müssen wir dann einmal mehr damit leben, doch nicht den besten aller 4K-Fernseher gekauft zu haben?

Panasonic, so ist auf Entain.de zu erfahren, setzt abseits des derzeit vorherrschenden OLED-Trends auf optimierte IPS-Panel mit geringem Stromverbrauch und hohem Kontrast. Das „In-Plane Switching“ (IPS, wörtlich: in der Ebene schaltend) wurde grundsätzlich überarbeitet. Durch das Hinzufügen einer Schicht von Flüssigkeitskristallen an das Panel wird das Licht punktgenau an die Pixel weitergereicht.

Trüben blendende Candela und hoher Kontrast den Blick?

IPS-Displays wurden wegen ihrer Farbgenauigkeit und der exakten Farbdarstellung bislang in der Regel von Fotografen und Designern benutzt. Die Blickwinkelabhängigkeit ist sehr gering. Kontrast und Farben des Bildes bleiben unverfälscht, auch wenn man nicht direkt vor dem Bildschirm sitzt. Der Hersteller verspricht HDR mit einer Spitzenhelligkeit von 1.000 Candela pro Quadratmeter und einen Kontrast von 1.000.000:1.

Letztlich wird der Konsument entscheiden, welche Technik sich durchsetzt. Ist er überhaupt noch aufnahmebereit für Botschaften neuer „Propheten“, stagniert er in seinem Kaufverhalten und gibt nach einer Phase der Orientierung noch mehr Geld aus oder resigniert er gar angesichts einer nicht enden wollenden Flut an technischen Details, vertraut seinen eigenen Augen und nimmt einfach den Fernseher, der den besten Eindruck auf ihn macht?