Vom Fernseher im Schrank in den 60ern über die unverwechselbare Raumgestaltung der 70er und die Hausbar der 80er hin zum modernen minimalistischen Look: Unsere Wohnzimmer haben sich ständig weiterentwickelt – nicht zuletzt aufgrund gesellschaftlicher Veränderungen und neuer Bedürfnisse, die vom technologischen Fortschritt beeinflusst werden.

Zu Beginn des neuen Jahrtausends waren die TVs noch recht winzig

Unser Familienleben, unsere Einrichtungsvorlieben und unser Medienkonsum haben sich über die letzten Jahrzehnte stark verändert. Der gute alte Fernseher ist jedoch nach wie vor das Herzstück des Wohnzimmers. Dies zeigt die Studie „Die Evolution des Wohnzimmers“, in die eine Umfrage unter 6000 europäischen Konsumenten sowie Kommentare von Branchenexperten einflossen.

„Prime-Time“ wenig nachgefragt

Die statistischen Angaben in der Umfrage beziehen sich auf Teilnehmer in UK, Deutschland, Frankreich, Italien, Niederlande und Belgien. Sie dokumentiert den Vormarsch von On-Demand- und Streaming-Diensten sowie die wachsende Zollgröße aktueller Fernseher.

Eine gute Stube aus den 1960er-Jahren

Obwohl mehr denn je ferngesehen wird – im Durchschnitt über 15 Stunden pro Woche – wird die klassische „Prime-Time“ zunehmend weniger nachgefragt. Nur sechs Prozent der Befragten möchten eine TV-Sendung immer live sehen, statt sie zu einem beliegien Zeitpunkt als Stream anzuschauen. Begründet wurde dies damit, dass Streaming-Angebote flexibler sind, dass sie besser mit langen Arbeitszeiten vereinbar sind und dass man sie leichter mit Freunden oder dem Partner ansehen kann.

Fernseher werden immer größer

Dazu die führende britische TV-Psychologin und Kommentatorin Emma Kenny: „Das Fernsehen ist mehr als nur ein Medium, das uns die Möglichkeit bietet, eine Vielzahl von Inhalten zu genießen. Es repräsentiert viele verschiedene Variablen und erreicht den Einzelnen auf unterschiedlichste Weise.“

Fernseh-Landschaft aus den 1970ern

Trotz der zunehmenden Popularität tragbarer Geräte werden Fernseher immer größer. Über ein Drittel der Konsumenten wünscht sich heute einen Fernseher mit mehr als 55 Zoll; 16 Prozent plädieren gar für ein Gerät von 65 Zoll und mehr. Fast die Hälfte der Befragten hätten gerne einen größeren Fernseher als den, den sie im Moment besitzen.

Das Wohnzimmer als Heimkino

Durch die wachsenden Display-Diagonalen verwandeln sich Wohnzimmer in Heimkinos, die dem Zuschauer bei Filmen oder auch Sportevents das Gefühl vermitteln, als wäre er live dabei. Takayuki Miyama, Leiter für TV-Produktplanung und -marketing Sony Europe, betont: „Diese Studie bietet einen aufschlussreichen Einblick in die Evolution des Wohnzimmers im Laufe der Jahre. Der Fernseher hat zu dieser Verwandlung definitiv eine Menge beigetragen.“

„Typisches“ aus den 1980er Jahren

Seit Sony im Jahr 1960 sein erstes Fernsehgerät auf den Markt brachte, haben die seinerzeit nicht ganz zu Unrecht als „Flimmerkisten“ bezeichneten Geräte immer mehr an Beliebtheit gewonnen und sich schnell zu einem zentralen und integralen Bestandteil des Wohnzimmers entwickelt.

Am Anfang genügten 8 Zoll

Ein Drittel der Umfrageteilnehmer unterstützte diese Aussage. 64 Prozent der Befragten gaben an, dass sie heute genauso viel oder so gar noch mehr fernsehen wie vor zehn Jahren. In der Anfangszeit des Pantoffel-Kinos drängte sich die Familie um einen 8-Zoll-Röhrenbildschirm. Heute jedoch, wo Wohnzimmer im Kinostil zur Regel werden, schaffen Produkte wie etwa der Sony XG95 die Möglichkeit, auf ungefähr gleichem Raum viel größere Fernseher unterzubringen.

Up to Date in den 1990er-Jahren

Dazu die italienischen Innenarchitekten Stefano Mich & Alessandro de Pompeis: „Da sich die Fernseher von großen, ausladenden Kästen zu Geräten mit nur wenigen Zentimetern Tiefe entwickelt haben, musste das Wohnzimmerdesign entsprechend angepasst werden“. Heute stelle sich primär die Frage,wo der Fernseher Platz findet, wie er zum Mobiliar passt und wo die Lautsprecher angebracht werden können. Statt sich in einem Schrank zu verstecken, sei der TV ein Teil der Einrichtung geworden.