Ultra HD – Die neue Bildauflösung

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Der neue Spider-Man wurde mit der RED EPIC 5K-Kamera komplett in 3D gedreht.

Jeder der das Vergnügen hatte auf den Technik-Messen der letzten Monate Demos des neuen 8K-Ultra-HD zu besichtigen oder sich von der überwältigenden Auflösung von Sonys 4K-Beamer oder Toshibas 3D-ohne-Brille-TV überzeugen konnte, wird zustimmen, dass die Frage nach einer höheren Auflösung als dem gegenwärtigen Full HD recht überflüssig ist. Denn der Bildeindruck ist bei einem genügend großen Blickfeld einfach nur magisch und unvergleichbar mit dem, was man bisher kannte.

 

Schwindelerregend ist die Fülle an Bilddetails, welche das gesamte Sichtfeld einnehmen und den Zuschauer so sehr ins Geschehen hineinziehen, dass das Gesehene realer als die Realität zu sein scheint. Dazu wird dieser Effekt gänzlich ohne 3D erzeugt. Realitätsempfinden wird hier allein schon durch die Fähigkeit erzeugt, beim näheren Betrachten eines Bildes, immer mehr Einzelheiten und Details erkennen zu können. Die Grenze zwischen Realität und Entertainment ist dank großartiger Technik wieder einmal schwächer geworden.

 

Bringt Ultra HD neue TV-Standards?

Leider müssen sich die Freunde höherer Bildauflösungen wohl noch längere Zeit mit den aktuellen TV-Standards abfinden, denn die reine Idee bedeutet noch keine globale Änderung und die kann noch ein paar Jahre auf sich warten lassen. Einen Trost bietet immerhin die Forschungsabteilung des staatlichen japanischen TV-Senders, welche bereits vor mehr als zehn Jahren begonnen hat, die TV-Ausstrahlung mit einer Anzahl von über 4000 Bildzeilen und SHV (Super Hi-Vision) zu erforschen.

Das europäische Fernsehen wurde bei den Verhandlungen zum Thema Ultra-HD durch den Sender BBC und die italienische RAI vertreten, dies geschah selbstverständlich unter Koordination der EBU und ITU. Gemeinsam hatten sich beide Organisationen Ende Mai dazu ausgesprochen den Umstieg auf Ultra High Definition Television (UHDTV) in zwei Schritten durchzuführen. Im ersten Schritt wird die Auflösung des bereits gängigen Full-HD´s sowohl vertikal als auch horizontal verdoppelt, um dann schließlich im zweiten Schritt vervierfacht zu werden und das Ultra HD vollends zur Entfaltung zu bringen.

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(Bild: NEX-FS700) 4K-Kamera von Sony. Heute sind sogar schon Live-Produktionen mit der UHD-Technologie möglich

Somit steigt die beachtliche Zahl von zwei Millionen Bildpunkten zuerst auf acht Millionen und erreicht letztendlich die unglaubliche Höhe von 32 Millionen Pixel. Beides wird ermöglicht durch die fortschrittliche Anzahl von 24, 50 und 60 Bildern in der Sekunde, welche mithilfe von zehn bzw. zwölf Bit quantisiert werden. Dies bedeutet nicht nur eine verbesserte örtliche Auflösung, sondern auch eine Bewegungsschärfe, die doppelt so groß ist, und einer Anzahl an Farbabstufungen, welche die aktuelle Farbpalette um das 500- oder das 4000-fache übersteigt. Da außerdem mit dem UHDTV endlich erweiterte Farbräume erlaubt sind, wird es auch merklich bunter als PAL oder HD.

Auch für alle wichtigen technischen Parameter in der Technik existieren bereits Empfehlungen. So würde es zum Beispiel Sinn ergeben, wenn MPEG-HEVC als Kompressionsverfahren eingesetzt werden würde, da hier die Algorithmen, denen beim aktuellen MPEGAVC in vielerlei Hinsicht überlegen sein sollen und man erwartet, dass sie für das Jahr 2012 festgesetzt werden.

Die Namen: 4K gegen UHDTV1

Kommen wir nun zu den verwirrenden Namensgebungen. Einem wird sofort klar, dass „4K“ viel leichter auszusprechen ist als der längere und somit unbequemere Name „UHDTV1“. Sie scheinen beide das Gleiche zu beschreiben und es sind im Prinzip doch zwei unterschiedliche Dinge, um die es sich hierbei handelt. Denn im Gegensatz zur Fernsehwelt hat es die hochauflösende und digitale Produktion und Distribution geschafft, sich im Kino zu etablieren. Profis sprechen hierbei von den etwa 4000 Pixel in der Horizontalen und benutzen das Kürzel „4K“, es sind jedoch tatsächlich 4.096 x 2.160 Bildpunkte um die es sich hier handelt.

Die geplante Auflösung im TV ist davon leider weit entfernt, bei einem Bildschirmformat von 17:9 ist es sogar vollkommen undenkbar. Sobald die Bildrate in den Kinos demnächst auf 48 Bilder/Sekunde erhöht wird, werden sich Fernsehen und Kino in technischer Hinsicht noch weiter voneinander entfernen.

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Toshibas 3D-ohne- Brille-TV 55ZL2

Selbst bei den Planungen für die Zukunft der TV-Ausstrahlungen sollte man bedenken, dass Sachen wie Beschnitt, Pulldown und auch Balken vorprogrammiert sind. Dies liegt daran, dass mehrere Übertragungsformate existieren. Doch die Zukunft hat schon begonnen und 4K ist im Kino bereits seit mehreren Jahren pure Realität. Den ersten Dokumentarfilm, welcher auf 4K-Technologie basiert und den Titel „TimeScapes“ trägt, kann man bereits kaufen und sogar im Internet ist 4K auf Youtube vertreten, allerdings nur bei ausreichend guter DSL-Leitung und einem modernen Super-PC.

Potente Rechner sind im Moment wohl die beste Quelle, um an 4K-Material heranzukommen, denn Grafikkarten von ATI, welche bereits ab 90 Euro erhältlich sind, sollen ab der 77er Serie HDMII 1.4a und somit auch 4K unterstützen. Jedoch scheinen große Hollywood-Studios noch kein Interesse daran zu entwickeln, ihre Filme in Kinoqualität auf die Heimbildschirme zu bringen, wie zuverlässige, vertrauliche Quellen informieren. In der Theorie besäße eine XL-BluRay bereits das Volumen zur Aufzeichnung eines 4K-Films.

Quelle: Video-Magazin