Endlich ein Super-Bild, aber der Ton quakt und scheppert nur? Eine ganze Industrie hat sich mittlerweile darauf spezialisiert, Flatscreen- und Beamer-Besitzer mit Soundlandschaften wie im Kino zu verwöhnen. Wer will, kann seine Räumlichkeiten mit fünf bis zwölf Boxen plus einem oder zwei Subwoofern möblieren, wer darauf keine Lust hat, greift zum Soundbar. Bis dato eine Art Riegel, den man unterhalb des Bildschirms platziert und in dessen Gehäuse sich kräftige Lautsprecher plus ebenso potenten Verstärker-Endstufen befinden.

Dolby-Atmos schafft neue Hürde

Für Zweikanal-Ton ideal, bei 5.1-Surround schon komplizierter, für Dolby-Atmos utopisch, bis Samsung mit einer völlig neu konzipierten Lösung erfolgreich an den Start ging. Können geschickt platzierte, nach oben abstrahlende Schallwandler tatsächlich zusätzliche Höhen- oder Deckenlautsprecher ersetzen? Es wird eine Kompromiss-Lösung bleiben, das weiß man auch bei Yamaha. Der neue Soundprojektor YSP-5600 weitet die Grenzen allerdings mächtig auf. Der Surround Sound kommt aus 44 speziell angeordneten Lautsprechern und zwei integrierten Woofern. Sechs Deckenlautsprecher auf jeder Geräteseite versprechen ähnlichen 3D Surround Sound wie mit einem 7.1.2-Kanal-System.

Zehn eigene Raumprogramme

Natürlich ist Yamahas Neuer kompatibel mit den brandneuen Formaten Dolby Atmos® und DTS:X (letzteres durch Firmware Update verfügbar). Sogenannte „Raumprogramme“ waren schon immer eine Spezialität der japanischen Edelschmiede. Man darf sich darunter akustisch „nachempfundene“ konservierte Klang-Eindrücke vorstellen – beispielsweise auf einem Open-Air-Konzert, in einem Jazz-Club oder in der Oper. Insgesamt zehn CINEMA DSP 3D Programme in drei Kategorien werden unterstützt. Dank Dialogue Lift, der eine Höhenverschiebung der Hörachse zulässt, erklingen Dialoge stets von der Mitte Ihres Bildschirms. Ein externer Subwoofer kann wahlweise per Kabel oder kabellos angeschlossen werden. Mit dem MusicCast CONTROLLER ist man in der Lage, alle MusicCast-Produkte zu bedienen und sämtliche Musikquellen per Smartphone oder Tablet zu steuern. Anzeigen über den Betriebszustand des Gerätes befinden sich hinter einem Gitter und werden ausgeblendet,  wenn sie nicht benötigt werden.

Unter dem Flatscreen wirkt das Gerät sehr dezent.

Unter dem Flatscreen wirkt das Gerät sehr dezent.

Unter den Flatscreen oder an die Wand

Der Soundprojektor kann in „klassischer“ Manier unter den Fernseher gestellt oder auch an der Wand befestigt werden. Von der EISA wurde er zum besten Soundbar des Jahres 2016 gewählt. Die Begründung: „Als voll ausgestatteter Soundbar liefert der fantastisch gestylte YSP-5600 Dolby-Atmos-Unterstützung (und über ein zukünftiges Firmware-Update auch DTS:X), 4K-fähige HDMI-Konnektivität und automatische Raumeinmessung“. Ohne aktiven Subwoofer kostet die Kiste etwa 1700 Euro, „mit“ werden an die 2000 Euro fällig.