Zu Beginn des 20. Jahrhunderts sprach man von der „gelben Gefahr“, wenn man China meinte und Invasionen aus dem Reich der Mitte befürchtete. Heute freut man sich in der Regel über High-Tech-Produkte aus chinesischer Produktion und staunt immer öfter über den enormen Ehrgeiz der Hersteller und ihren Mut zu Innovationen.

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Erida war in der griechischen Mythologie die Göttin des Hasses. Quelle: Pinterest

Auf der CES 2017, die vom 5. bis 8. Januar in Las Vegas stattfindet, warten Fans hochauflösender Videoformate sowie begeisterte Drohnen-Flieger in seltener Einigkeit auf den ersten Anflug der Drohne Erida, die als mächtige „Bordwaffe“ eine 4K-Kamera geladen hat, welche flüssige Aufnahmen mit 60 Bildern pro Sekunde liefert!

Stellt sich nur noch die Frage, wer für den Namen der dornigen Rose verantwortlich zeichnet? In der griechischen Mythologie ist Erida nämlich die Göttin des Hasses Mit ihrem Schrei bewirkte sie, dass alle Männer ihre Kinder und Frauen vergaßen und fortan von Hass erfüllt waren. Die Garstige empfand große Freude, wenn Blut verschüttet wurde. Hoffen wir mal, dass die Marketing-Abteilung nicht bewusst handelte…

Das „fliegende Auge“ liefert 60 Bilder pro Sekunde

Von „gelber Gefahr“ oder antiken Verwünschungen kann bei diesem Spitzenprodukt der Xiaomi-Tochterfirma Yi nämlich keine Rede sein. Das hochmoderne Flugobjekt kommt in edlem, schwarzem Carbon-Look mit dezenten weißen und grell-grünen Applikationen angesummt. Der Auftrag ist eindeutig: die schärfsten Konkurrenten DJI, Parrot und GoPro vom Thron schubsen und die Lufthoheit übernehmen.

Bei allen genannten im Wettstreit antretenden Kandidaten dürfte sich Nervosität ausbreiten. Denn gewöhnlich sind Produkte aus China nicht im hochpreisigen Segment zu finden. Das „fliegende Auge“ der Erida ist die abnehmbare Yi 4k+, die – wie erwähnt – mit 60 Bildern pro Sekunde 4K-Videos „dreht“. Diese Action-Cam soll auch solo in den Verkauf gehen, daher die angesprochene Verbrüderung beider Lager zu Beginn des Textes.

 

Rekord-Geschwindigkeit und lange Flugzeit

Bemerkenswert ist die Bauart der Yi-Drohne sowie ihr besonders geringes Gewicht. Man munkelt über Geschwindigkeiten von bis zu 120 Kilometern pro Stunde und über 40 Minuten Flugzeit! DJIs Vorzeige-Drohne Mavic Pro schafft maximal 27 Minuten bei 65 Kilometern pro Stunde.

Weitere Ausstattungs-Merkmale sind der Gimbal für möglichst erschütterungsfreie Höhenflüge und die Sensoren, die Hindernisse erfassen, den Kurs korrigieren und auf diese Weise Bruchlandungen verhindern. Steuern lässt sich das Gerät über eine Smartphone-App. Ein Controller fehlt.