Ist der Preisrutsch stark genug, tun auch sieben Endstufen gut. Starker Spruch, oder? Ist mir altem Romantiker gerade so eingefallen. Und bezieht sich voll und ganz auf eine geschickte Marketing-Taktik von Pioneer.
Dort hat man nämlich das AV-Receiver-Modell LX59 verschlankt und ihm im Gegenzug einen längeren „Namen“ spendiert, was sich zunächst unlogisch anhört, bzw. liest.

Der ehemals 1300 Euro teure Multimedia-Künstler heißt jetzt SC-LX501 und wird – zum Beispiel bei elektrowelt.24.de – für 599 Euro verkauft. Der Haken – nein: das Häkchen ist, dass er nur noch für ein 7.1.2 Setup taugt und ihm demzufolge zwei potente Endstufen amputiert wurden. Aua. Aber andererseits: wer braucht schon ein 9.1.2 Setup?

Von der Problematik zusätzlicher Boxen

Gönnt man sich zum Exempel ein komplettes Dolby-Atmos-Heimkino-Lautsprecher-Set, so besteht dieses in der Regel aus zwei Hauptboxen für vorne, zwei Surround-Speakern für hinten, einem Center für die Mitte sowie zwei „Höhenlautsprechern“ plus einem meist aktiven Subwoofer.

Wer von opulenteren Klangkulissen träumt, kann sich ein weiteres Surround-Pärchen, wahlweise auch Hauptlautsprecher kaufen, um alle Anschlüsse eines neunkanaligen Receivers zu nutzen. Häufigste Ursache für ein Zusatz-Lautsprecher-Kaufverbot sind weibliche Lebensgefährtinnen, die sich kreischend die Haare raufen und den Zugang zum Wohnzimmer blockieren. Wir lernen: Lebensgefährtin kommt von Lebensgefahr!

Weniger Kanäle, mehr Power

Und kommen lieber zurück zum Pioneer SC-LX501, der zwar im weitesten Sinne kastriert wurde, trotzdem aber mit mehr Power glänzt. Um genau zu sein, sieben Mal 100 Watt an 8 Ohm beziehungsweise fünf Mal 144 Watt an 4-Ohm-Boxen. Beim Anschließen und Einstellen ist die zugehörige App „iControlAV5“ sehr hilfreich.

Zusammenfassend hat also Pioneer  den Einstieg in die edelste Receiver-Klasse siebenkanalig ausgelegt, ansonsten aber gewohnt großzügig ins Ausstattungsregal gegriffen. So müssen auch Nutzer des SC-LX 501 nicht auf die opulenten Netzwerk- und Streamingfähigkeiten verzichten, die Pioneers neues Streamingboard mitbringt.

Solide Basis für Hi-Res Audio

Sprich: es sind mit Tidal, Deezer und Spotify die besten Streamingdienste an Bord und mit TuneIn das reichhaltigste Internetradio. Dank Bluetooth, Airplay und (nach kostenlosem Update) Google Cast finden Apps auf Smartphone oder Tablet stets den optimalen Weg zur Anlage.

Die audiophilen HiRes-Downloads auf der heimischen NAS laufen problemlos mit Auflösungen von bis zu 24bit/192kHz oder Quad-rate DSD (11.2MHz). Empfiehlt sich für die allerhöchsten Datenraten stets ein LAN-Kabel, ist der SC-LX 501 dank integriertem Dualband-WiFi auch kabellos bequem und stabil erreichbar.

Ganz großes Kino

Ähnlich lückenlos ist der SC-LX 501 auf der Heimkinoseite bestückt: Decoder für die objektbasierten Tonformate Dolby Atmos und dts:X, 4K-Bildverarbeitung inclusive 4K-Skalierung normalen HD-Materials, MCACC-Pro-Einmess-System mit Reflex Optimizer und das neu gestaltete, hochauflösende GUI machen den 501 zur zukuftssicheren, universellen und bedienfreundlichen Multimedia-Zentrale.