Drei Mal die Note „sehr gut“ und drei Mal die Einstufung in die „Spitzenklasse“: das Magazin HiFi-Test fand an einer klassischen HiFi-Anlage aus dem Hause Technics nichts, das zu bemäkeln gewesen wäre. Die japanische Manufaktur, um die es viele Jahre lang still war, feiert in der Szene ein grandioses Comeback nach dem anderen.

Im Test wurden die Standlautsprecher Technics SB-G90 (4000 Euro), der Plattenspieler Technics SL-1200GR (1500 Euro) und der Stereo-Vollverstärker Technics SU-G700 (2000 Euro) miteinander kombiniert und lieferten in puncto Klang hervorragende Leistungen. Note 1,0 für die Boxen, 1+ für den Schallplattenspieler und 1,0 für den Amp.

Ein vornehmer Auftritt

Markantestes Detail des Verstärkers im vornehmen Gehäuse mit der gebürsteten Aluminium-Frontplatte sind die großflächigen VU-Meter, deren filigrane lange Zeiger stets „in Echtzeit“ die Leistung der beiden kraftvollen Endstufen anzeigen, die jeweils 153 Watt an 4 Ohm Widerstand liefern.

Sehr gut gelöst wurde das Problem mit der Anpassung an die Lautsprecher: der rustikal wirkende Bolide erledigt die Impendanzanpassung vollautomatisch! Der Besitzer muss nicht lange sein Gehirn martern, um herauszufinden, ob er 4 oder 8 Ohm Widerstand einstellen muss.

Überschaubare Anschlüsse

In Zeiten dominierender, multifunktionaler AV-Receiver wirken die Anschluss-Möglichkeiten beim Technics SU-G700 überschaubar. Zwei Mal Cinch, ein Mal Phono MM, USB, zwei digitale optische Eingänge, ebenso viele digitale S/PDIF-Buchsen. Für klassischen Stereo-Genuss braucht man nicht mehr.

Der Plattenspieler SL-1200GR gilt quasi als Markenzeichen. Er gleicht auf den ersten Blick der Technics-Turntable-Legende aus den 1970er und 1980er Jahren, dem SL-1200 GAE – wie ein Ei dem anderen und weist als besondere Merkmale die Stroboskop-Lampe links unten und die manuelle Drehzahlkorrektur per Schieberegler auf.

Tonabnehmer wird nicht geliefert

Anschließen und „losplatteln“ geht allerdings nicht, da im Lieferumfang kein Tonabnehmer vorhanden ist. Für einen guten Moving-Magnet (MM)-Pickup werden leicht nochmals 200 bis 500 Euro fällig – je nach Gusto und Geldbeutel.

Aufwändig lackiert, machen die tiefschwarz glänzenden Standlautsprecher Techniks-G90 mit 110 Zentimetern Höhe einen imposanten Eindruck. Jeweils vier 160-Millimeter Tieftöner, ein 120-Millimeter Koax-Mitteltöner sowie eine aufgesetzte 25-Millimeter-Alukalotte lassen einen hochkarätigen Auftritt erahnen – man wird nicht enttäuscht!

Billig war Technics noch nie

Obwohl sie nur zu zweit sind, verblüffen sie vor allem mit exzellenter Räumlichkeit, druckvollem Bass und klar strukturierten Höhen. Die Güte der aufwändig gefertigten Gehäuse ist über jeden Verdacht erhaben. Freilich sind 7500 Euro ein stolzer Preis für eine recht spartanisch wirkende Stereo-Anlage – aber wer hat je behauptet, dass Technics ein Billigheimer ist? Solide Qualität, die meist „ein Leben lang“ hält, kostet eben ein paar Euros mehr.