Canon informiert erstmals konkret über die zu erwartende EOS-1D X Mark III, Nachfolgerin der erfolgreichen und unter Profis beliebten EOS-1D X Mark II. Wie es aussieht, wird sie noch vor Beginn der olympischen Sommerspiele in Tokio im Sommer 2020 auf den Markt kommen. Eine kryptische Formulierung des Herstellers, in der es heißt, das das Flaggschiff im Canon EOS SLR Line-Up „neue Zeichen“ setzt, provoziert und verwirrt.

Gemeint ist damit, dass sich die Vollformat-Spiegelreflex perfekt für die Sport- und Naturfotografie eignet und auf der Grundlage des Feedbacks aus der weltweiten Community der EOS-1D X und EOS-1D X Mark II Fotografen entwickelt wurde. So weit, so gut. Aber darf Canon behaupten, dass das neue Autofokus-System „konkurrenzlos“ ist?

„Vorsprung bewiesen“

Ganz schön forsch, möchte man meinen, wenn man sich bei der Konkurrenz umschaut und die stetige technische Weiterentwicklung beobachtet. Top-Kameras von Sony, Panasonic (Lumix) und vom Erz-Konkurrenten Nikon müssen längst keine Vergleiche mehr scheuen.

Die Japaner trommeln unbeirrt weiter: „Die DSLRs von Canon beweisen in der professionell orientierten Branche weiterhin ihren technologischen Vorsprung. Geschwindigkeit, Autofokus und der Datenaustausch über schnelle Schnittstellen bilden das Herzstück der EOS-1D X Mark III“.

Schneller und flexibler

Ein erweiterter AF-Lichtempfindlichkeitsbereich mit höherer Präzision sowie besondere Autofokus-Funktionen werden explizit genannt. Im Live-View-Modus stünden 525 AF-Felder zur Verfügung und das Dual Pixel CMOS AF-System decke hierbei etwa 90 Prozent der horizontalen sowie 100 Prozent der vertikalen Sensorfläche ab.

Der neue AF-Algorithmus, der beim Einsatz über den optischen Sucher arbeite, werde auch bei der Aufnahme im Live-View-Modus verwendet. Er biete mehr Flexibilität bei der Aufnahme von dynamischen Motiven und ermögliche deutlich höhere Bildraten bei vollem Autofokus und Belichtungsmessung.

Eigene Entwicklung

„Die EOS-1D X Mark III arbeitet mit völlig neuem CMOS-Sensor und DIGIC-Prozessor – beide von Canon selbst entwickelt“, heißt es in der Pressemitteilung. Das sorge für eine höhere Bildqualität auch bei gesteigerter ISO-Empfindlichkeit.

Neben dem JPEG-Format könnten die Aufnahmen im 10 Bit HEIF-Dateiformat erfolgen, was nicht nur die Dateigröße verringere und mehr Dynamikumfang abdecke, sondern auch für weniger Kompressionsartefakte sorge.

Interne Aufzeichnung

Für 4K-Aufnahmen stehen Bildraten von bis zu 60 Bildern pro Sekunde mit 10 Bit Canon Log-Aufzeichnung und RAW-Video Modi zur Verfügung. Die Verwendung der CFexpress-Speicherkarten lässt die interne Aufzeichnung der Modi zu.

Die Serienbildrate will Canon bei der neuen 1Dx im Live-View-Betrieb auf 20 Bilder pro Sekunde erhöhen. Dabei soll es egal sein, ob die Kamera mechanisch oder elektronisch auslöst. Bei bis zu 16 Bildern pro Sekunde und mechanischem Auslöser kann der Fotograf das Motiv noch im optischen Sucher verfolgen.

Deutlich größerer Speicher

Die schnelle Bildfolge erfordert eine besonders schnelle Datenspeicherung. Dazu setzt der Hersteller nun auf einen Doppelschacht für CFexpress-2.0-Karten, wodurch Datentransferraten bis zu 4 GByte/s möglich werden sollen.

Zudem stellt die Kamera einen Zwischenspeicher bereit, der angeblich fünfmal so groß ist, wie bei der Vorgängerin. Statt 170 Raw-Bildern pro Sekunde sollen mehr als 800 Fotos gebunkert werden.

Datentransport doppelt so schnell

Für Profis ist die Bereitstellung von Inhalten genauso wichtig wie die Aufnahme selbst. Deshalb bietet die EOS-1D X Mark III neben GPS auch integriertes WLAN und Bluetooth Low Energy-Technologie.

Um mit immer engeren Terminen und Deadlines Schritt zu halten, überträgt die Kamera Daten mit der doppelten Geschwindigkeit der EOS-1D X Mark II bei Verwendung der integrierten LAN-Schnittstelle oder mit dem neuen, optionalen Wireless File Transmitter WFT-E9. In Verbindung mit einer einfacheren Netzwerkeinrichtung verbessert die EOS-1D X Mark III den professionellen Workflow damit erheblich.

AF-Punkte lassen sich ändern

Wer bereits mit einer Kamera der EOS-1D Serie arbeitet, wird die EOS-1D X Mark III bequem bedienen können. Das Gehäuse aus Magnesiumlegierung überzeugt mit den gewohnt robusten Eigenschaften der Profi-Serie. Beleuchtete Tasten lassen eine präzise Bedienung in schwierigen, dunklen Umgebungen zu.

Neu ist auch eine adaptive Steuerung zur Auswahl von AF-Punkten, die in die AF-ON-Taste integriert ist und es Fotografen ermöglicht, AF-Punkte während der Aufnahme für die beste Bildkomposition zu verändern. Die drastisch verbesserte Akkulaufzeit mit dem LP-E19 Akku, den auch das Vorgängermodell nutzt, ist ein weiterer Pluspunkt.