Professionelle Fotografen und Videofilmer, aber auch viele anspruchsvolle Amateure werden sich über eine Neuauflage der etablierten Canon EOS 5D Spiegelreflex-Kamera freuen. Größter Trumpf der „Mark IV“ ist nach wie vor der Vollformat-Chip. Außerdem „kann“ sie Videos in 4K und wurde technisch mächtig aufgerüstet. Innovationen sind finanziell anspruchsvoll – das bekommt der Kunde zu spüren! Das Gehäuse schlägt mit 4065 Euro zu Buche. „Professionelle Leistung und überragende Bildqualität macht diese Kamera zum erstklassigen kreativen Tool“, heißt es in einer am 25. August veröffentlichten ersten Ankündigung von Canon.

Ob das der Wahrheit entspricht, werden die „Canon Explorer“ (von Canon ausgewählte Berufs-Fotografen) Christian Anderl und Ulla Lohmann herausfinden, die zu den Ersten zählen, die das gute Stück auf Herz und Nieren testen. Am 5. September um 16 Uhr berichten sie live auf facebook über ihre Erfahrungen und stellen sich allgemeinen sowie kritischen Fragen von Interessenten.

„Herauspicken“ von Einzelbildern möglich

Die Zeiten, in denen die Canon EOS 5D für Action- und Sportfotografen praktisch nicht infrage kam, da sie mit drei bis fünf Bildern pro Sekunde recht langsam war, sind nun endlich vorbei! Die Neue schafft „Siebene auf einen Streich“. Damit kann der Profi genauso leben wie mit der ISO-Empfindlichkeit bis zu 32000 ISO (erweiterbar bis 102400 ISO). Nach der Canon EOS-1D X Mark III ist die 5D das zweite Modell, das wie die große Schwester in Cinema 4K (4096 x 2160 Pixel) aufnehmen kann. Die Erstellung erstklassiger 4K-Videos ist zwar möglich, aaaaber….

…ein kleiner Wermutstropfen plumpst dennoch in den Kelch der Euphorie! Die Kleine schafft nur 30 Bilder pro Sekunde, steht sich dadurch als Kamera für schnell bewegte Szenen, die doppelt so viele Informationen auf den Chip schaufeln, quasi selbst im Weg. Aufgrund der halbierten Datenrate lassen sich in ihren zwei Schächten allerdings SD- oder CF-Karten verwenden, die deutlich preisgünstiger sind als CFast-Karten, auf welche Madame 1D besteht.

Toll ist, dass sich aus Videoaufnahmen Einzelbilder entnehmen lassen. Man muss nicht mehr exakt den richtigen „Riecher“ haben, um just in jenem Moment auf den Auslöser zu drücken, in dem die Braut ihr Ja-Wort haucht, sondern kann in aller Ruhe daheim am PC den eindrucksvollsten Schnappschuss herauspicken und als fette 8-Megapixel-Datei abspeichern. Braucht man – unter uns gesagt – nicht jedem Neidhammel, der Bewunderung heuchelt, auf die Nase zu binden.

Nachträglich die Schärfe justieren

Noch eine tolle Erfindung ist Canons Dual-Pixel-Technik. Wer seine Bilder im Dual-Pixel-RAW-Format auf die Festplatte nietet, kann Schärfe und Bildlage nachträglich justieren. Hat sich der Autofokus beispielsweise am süßen Stups-Näschen der Hochzeiterin festgekrallt, ist es möglich, die absolute Schärfe auf die Augen zu verschieben. Alle Fotografen wissen, dass Portraits nur stimmen, wenn dem so ist.

Das neue 24-105er Zoom bietet sich als Standard-Optik an.

Das neue 24-105er Zoom bietet sich als Standard-Optik an.

Apropos Autofokus – da hat Canon wahrlich nicht geknausert! Das gleiche System wie beim Topmodell! 61 Messfelder, die selbst noch bei Mondlicht scharfstellen sollen und im LiveView deutlich einen Zahn zulegen. Statt bisher 22 nimmt die EOS 5D Mark IV jetzt 30 Megapixel auf. Die Bildqualität habe sich bei hoher ISO-Einstellung merklich verbessert, heißt es.

Zur neuen Kamera passend, gehen auch zwei neue Zooms aus der L-Serie an den Start. Das 1259 Euro teure EF 24-105mm 1:4L IS USM II bietet sich als Standard-Objektiv an; das EF 16-35mm 1:2,8 L III USM ist ein lichtstarkes Superweitwinkel-Zoom – es kostet 2625 Euro. Im Vergleich mit den Vorgängermodellen sind die neuen Optiken nach Angaben von Canon robuster, schneller und leiser beim Fokussieren.

Noch vor der Photokina (ab 20. September in Köln) will Canon die neue EOS 5D nebst Zubehör in den Handel bringen. Vorbestellungen sind bereits jetzt möglich.