Roland M. Stehle ist Pressesprecher der gfu – Sie wissen Bescheid, oder? Kann es sein, dass Sie von den Gründern und Wegbereitern der weltweit bedeutendsten Messe für Consumer Electronics und Home Appliances – der IFA in Berlin – noch nie etwas gehört haben?

Dann sind Sie gewiss nicht ganz allein auf der Welt. Denn wie so viele erfolgreiche „Macher“ überzeugen auch der gfu-Aufsichtsratsvorsitzende Hans Joachim Kamp, Geschäftsführer Dr. Alexander Pett und eben Roland M. Stehle lieber durch Taten, als durch Worte. Bis September ist es zwar noch eine ganze Weile hin, doch die Vorbereitungen für die IFA 2017 laufen bereits auf Hochtouren. Dennoch nahm sich Pressesprecher Stehle Zeit, um ein paar Fragen zu beantworten – dafür herzlichen Dank!

„Gesellschaft zur Förderung der Unterhaltungs-Elektronik“. Das klingt im ersten Moment nach einer Art Hilfsprojekt. Was war der Grund, so eine Institution ins Leben zu rufen?

Roland M. Stehle: Die Geschichte der gfu begann am 6. Juni 1973: elf führende Unternehmen der Unterhaltungselektronik gründeten damals die gfu – Gesellschaft zur Förderung der Unterhaltungselektronik. Als Gesellschaftszweck definierten die Gründer damals die Veranstaltung von Messen, insbesondere der IFA, heute die weltweit bedeutendste Messe für Consumer Electronics und Home Appliances. Ein weiterer Aufgabenschwerpunkt war von Anfang an die Medien- und Öffentlichkeitsarbeit für die Branche. Darüber hinaus engagiert sich die gfu bis heute auf vielen Feldern, wie beispielsweise der Medienpolitik, für die positive Entwicklung der Branche. Aufgrund des erweiterten Produktangebots und Engagements der Gesellschafter wurde der Name der Gesellschaft 1986 entsprechend angepasst. Bis August 2015 lautete er: gfu – Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik mbH. Dann vollzog die gfu den nächsten Schritt in der Neuausrichtung der Gesellschaft. So lautet der Name aktuell gfu Consumer & Home Electronics GmbH.

Welchen Stellenwert nimmt die Unterhaltungs-Elektronik in der Bundesrepublik Deutschland ein?

Consumer Electronics-Produkte sind aufgrund ihrer vielseitigen Nutzungsmöglichkeiten und der innovativen Technik sehr beliebt. Entsprechend stehen sie auf der Wunschliste der Konsumenten ganz oben. Jährlich werden mit Consumer Electronics Produkten in Deutschland rund 27 Milliarden Euro umgesetzt. Dazu ein paar Zahlen: 2016 wurden in Deutschland 6,9 Millionen TV-Geräte, 1,3 Millionen Lautsprecher, 2 Millionen Audio Home Systems, jeweils 1,3 Millionen Radiorecorder und Radios, 11,5 Millionen Kopfhörer, 2,1 Millionen Spielkonsolen und 23 Millionen Smartphones verkauft.

Jetzt mal abgesehen von den Herstellern – wer „supported“ die gfu? Und – im Umkehrschluss – wen unterstützt die gfu?

Die gfu ist der Inhaber der Markenrechte der IFA, der weltweit führenden Messe für Consumer Electronics und Home Appliances. Die Veranstaltung der Messe ist einer der Haupt-Geschäftszwecke. Die gfu unterstützt die Branche beispielsweise mit der Erhebung der Marktzahlen (CEMIX Consumer Electronics Market Index, zusammen mit BVT und GfK), Öffentlichkeitsarbeit, Studien, Veranstaltungen und vielen weiteren Aktivitäten.

Die IFA ist der Höhepunkt. Welche anderen „Plattformen“ gibt es? Versprechen die Zukunfts-Prognosen Wachstum oder ist eher mit Stagnation oder gar Rückgang zu rechnen?

Für alle beteiligten Industrie-Segmente, Handel, Konsumenten und Medien ist die IFA der wichtigste Marktplatz für die Einstimmung auf die mit dem Weihnachtsgeschäft umsatzstärkste Zeit des Jahres. Sie gibt den Märkten mit einem Ordervolumen von zuletzt 4,5 Milliarden Euro entsprechend wirksame Impulse. Rund um die IFA arbeiten wir mit diversen nationalen und internationalen Veranstaltungen für die Medien, unserem Internet-Auftritt und Veröffentlichungen wie zum Beispiel unseren beliebten Pocket Guides zu vielen Markt-Segmenten. Aktuell zeigen unsere Marktprognosen für 2017 einen stabilen Markt für Consumer Electronics und Wachstum in den Segmenten Elektro-Groß- und Kleingeräte.

Sie haben – auf Ihre Institution bezogen – drei Wünsche frei. Welche sind es?

Weiterhin innovative Branchen, die zum Erfolg der IFA beitragen, attraktive Geräte und damit verbunden ein hohes Interesse der Konsumenten und Marktwachstum.

Vom High-Ender bis hin zum Schnäppchen-Jäger im Elektronik-Markt: Für wen interessiert sich die gfu besonders?

Wir unterscheiden hier nicht nach Interessenlage. Unsere Aufgabe sehen wir in der möglichst breiten Information für alle am Markt interessierten Menschen.

Thema 4K: HDR, OLED, QLED, LED-Backlight – besteht im Moment die Gefahr, dass der Konsument überfordert wird oder sich nicht mehr zurecht findet, weil in kurzen Zeitabständen neue Technologien „alte“ Standards ablösen?

Unsere Branche ist für ihre Innovationsgeschwindigkeit bekannt. Die Entwicklung geht weiter, wird in manchen Segmenten immer schneller. Aufgabe der Industrie, des Handels und der gfu ist es, dabei für umfangreiche Information und Kommunikation zu sorgen, damit die Konsumenten die Neuerungen verstehen und den Mehrwert entsprechend erkennen und nutzen können.

Bietet die gfu vielleicht sogar Hilfestellung an?

Ja, auf unserer Internetseite ist unser Blog #CHE Consumer + Home Electronics zu finden. Da werden aktuelle Themen aufbereitet. Zudem publizieren wir seit 2006 regelmäßig so genannte Pocket-Guides. Der Einkaufsberater ist eine marken- und systemneutrale Navigationshilfe und gibt den Endverbrauchern zahlreiche Erklärungen und Tipps. Er ist gleichzeitig eine kompetente Beratungs- und Abverkaufshilfe für den Fachhandel. Die bewährte und anerkannte Reihe der Einkaufsberater der gfu Consumer & Home Electronics GmbH erscheint in Kooperation mit dem Bundesverband Technik des Einzelhandels e.V. (BVT) und ist auf den Internetseiten der gfu sowie der Partner BVT und hitec Magazin zum kostenlosen Download zur Verfügung. Der Pocket Guide kann zudem vom Fachhändler in zwei Versionen (mit und ohne Händlereindruck) bestellt werden.