Eine Gruppe mit dem Namen „HEVC Advance“ sorgt derzeit mit ihren Plänen für verhaltene Stimmung im 4K-Bereich. Ziel der Vereinigung sei es, Patente ihrer Mitglieder zur Lizenzierung anzubieten. Diese beschäftigen sich zu großen Teilen mit Videokompression. Damit dürften auch viele Hersteller und Distributoren weitere Kosten zukommen, die schlussendlich der Verbraucher tragen muss.

4K-Videos könnten dank neuem Lizenzteilnehmer teurer werden

Bislang waren viele Teilnehmer am Markt davon ausgegangen, dass der einzige Patentpool bezüglich 4K-Videos und Kompression bei der Gruppe MPEG LA vorliegt. Bei High Efficiency Video Coding (HEVC) handelt es sich um einen alternativen Namen für den Videocodec H.265, der als Nachfolger von H.264 (MPEG-4 AVC) erschienen ist. MPEG LA hatte 2014 hierfür einen Patentpool angekündigt.

Als Unternehmen, welches Smartphones, Blu-ray-Player, Filme oder Software anbietet, muss man diese Patente in Anspruch nehmen. Damit die Preise noch zu hoch werden, hatte MPEG LA einen Verzicht auf Patentgebühren für Streaming von HEVC ausgesprochen. Wie HEVC Advanced nun verfährt, ist unklar. “Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich das nicht auf den Preis auswirkt”, sagt Berater Jan Ozer, der sich beim Streaming Learning Center mit Videotechnik beschäftigt und darüber schreibt.

Von diesem Streit könnten übrigens andere Marktteilnehmer wie Google profitieren, die ihre konkurrierenden Kompressions-Standards (bei Google VP9) bereits lizenzfrei zur Verfügung gestellt haben.

[zdnet]