Über den Videostandard High Efficiency Video Coding (HEVC) hatten wir unlängst bereits berichtet, nachdem er von der Fernmeldeunion ITU offiziell freigegeben worden ist. Nun gibt es Neuigkeiten vom Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut HHI rund um den Video-Kompressionsstandard H.265. Denn auf der CeBIT 2013 wurde ein Software-Decoder von dem Institut vorgestellt, der es schafft, in Echtzeit Ultra HD Videos mit einem aktuellen Quad Core Prozessor wiederzugeben.

Mit dem Videostandard HEVC ist es bekanntlich möglich, Ultra HD Videos in einer niedrigen Datenrate wiederzugeben. So können bei hohen Auflösungen halb so große Dateien bei gleichbleibender Qualität des Bildes produziert werden. So können beispielsweise mit dem Nachfolger von MPEG-4 AVC Videos mit 60 Bildern in der Sekunde wiedergegeben werden. Nachdem beispielsweise schon das Unternehmen Broadcom mit dem TV-Chip BCM7446 einen Video-Decoder-Chip für 4K Fernseher vorgestellt hat, der HEVC unterstützt, stellt nun das Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut bei der CeBIT HEVC in den Mittelpunkt.

Den Angaben des Institutes zufolge benötigt der Decoder zur Wiedergabe des Ultra HD Materials alle vier Kerne des Prozessors, während es bei Full HD Material gerade einmal ein Core sein soll. Den Informationen zufolge werden die Sequenzen auf dem Stand in Hannover nur mit 30 Frames in der Sekunde wiedergegeben, da aus dem aktuellen HDMI-Standard 1.4a mehr nicht herauszuholen ist. Die Präsentation des Decoders mit HEVC erfolgte dabei auf einem 4K-Display. Den Angaben des Institutes zufolge soll der vorgestellte Software-Decoder alle bislang spezifizierten Profile mit H.265 unterstützen. Dabei handelt es sich um „Main“ (8 Bit Farbtiefe), „Main 10“ (10 Bit Farbtiefe) und „Main Still Picture“ (Einzelbildkodierung). Bislang ist der als Plug-In für den VLC Media Player gedachte Decoder nicht frei erhältlich, immerhin aber bietet das Institut ein Software Development Kit an.

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