Jeder Mensch tickt ein bisschen anders. Warum soll das nicht auch beim Traum vom Kino in den eigenen vier Wänden so sein? Nicht alle Leute favorisieren einen mit dicken Teppichen ausgelegten, mit Stoff an den Wänden verkleideten, mit üppigen Polstermöbeln ausgestatteten Raum, an dessen Stirnseite hinter einem Vorhang die Leinwand angebracht ist.

Manche wollen am liebsten gar nichts von Heimkino oder HiFi-Anlage sehen, bis sie auf den Knopf einer raffinierten Multimedia-Fernbedienung drücken. Andere wünschen, dass sich die hochmoderne Technik gefälligst perfekt in das vorhandene Ambiente einfügt – selbst wenn dieses so gar nicht in die Welt von heute passt.

Oberstes Ziel: Character erhalten!

Ungewöhnlich – Speziell – Einzigartig. Das sind die passenden Attribute für die Ausstattung und Möblierung eines Penthouse in München, seitdem es von den Spezialisten des HiFi-Forums Baiersdorf nach den Vorstellungen des Eigentümers verwandelt wurde. Grossbild-Heimkino, Mediensteuerung und Multiroom-Systeme galt es in das retro-designte Apartment nahtlos einzupassen, damit der Charakter der Wohnung trotz der benötigten Technik-Elemente erhalten blieb.

Das Ergebnis der Anstrengungen ließe sich treffend mit dem Begriff  „Themen-Loft“ umschreiben. Liebevoll ausgesuchtes und renoviertes Mobiliar, Sitzmöbel, Leuchten und Accessoires verschmelzen trotzt teils diametraler Gegensätze zu einer ungemein stimmigen Wohnlandschaft im Retro-Style.

Edle Lautsprecher geschickt versteckt

Auf Knopfdruck fährt eine 240 Zentimeter breite Stewart-Leinwand geräuschlos aus der Verblendung und schafft die rudimentären Voraussetzungen für Kino-Feeling in nostalgischem Ambiente. Intensiv widmeten sich die Planer der Lösung des Klang-Konzepts. Einerseits ist der Bauherr nämlich leidenschaftlicher Musikhörer, andererseits sollten Lautsprecher nach seinen Wünschen möglichst unsichtbar ihren Dienst verrichten.

Die Wahl fiel auf Boxen des Schweizer Spezialisten PIEGA, die mit ihren legendären Bändchen-Hochtönern für feinste Klänge selbst bei leisesten Pegeln sorgen. Nicht weniger als drei Center-Speaker wurden oberhalb der Leinwand in einem Wand-Vorbau untergebracht und mit einem Retro-Stahl-Lochblech abgedeckt.

Elektronik im rustikalen Werkzeugschrank

Um die Verstärkung der Audio-Signale kümmert sich der ebenso audiophile wie leistungsstarke 7.1-AV-Verstärker RSX 1572 von ROTEL. Eingebaut ist der silberne Kraftprotz – wie auch der legendäre Blu-Ray- und Streaming-Player 105 von OPPO – im eigens dafür angeschafften und restaurierten ehemaligen „Werkzeugschank“. In den Schubladen versteckt warten der Kathrein SAT-Receiver und die Steuerelektronik von RTI auf Einsatzbefehle.

Ein Blick zur Decke verrät weitere Geheimnisse der verdeckten Installation: Vier stylische New-Tec Einbau-Radiallautsprecher bilden die rückwärtigen Schallquellen. Wegen ihrer Rundum-Abstrahlung eigenen sich diese Schallwandler exzellent für ausgewogenen Klang im hinteren Bereich des offenen Apartments.

Weißer Projektor vor weißem Hintergrund

Um sowohl im Eingangsbereich, als auch in Küche, Wohn- und Arbeitsbereich ausreichend „Power“ zur Verfügung zu haben, entschieden sich die Profis vom HiFi Forum dafür, die sieben Kanäle des Verstärkers komplett auszunutzen und außer zwei seitlichen Surround-Speakern noch zwei zusätzliche Rear-Back-Lautsprecher zu installieren. Daraus resultierte im kompletten Wohnbereich eine gleichmäßige, raumfüllende Beschallung, die auch richtiges Kino-Feeling aufkommen lässt.

Der Projektor DLA-X30 vom japanischen Spezialisten JVC hängt von der Decke des Raumes. Mit einer speziellen Halterung wurde er an einer vorab installierten Montageplatte befestigt. Das elegante Weiß des Projektors lässt das Gerät im Raum optisch fast völlig vor der gleichfarbigen Decke zurücktreten.

Spezielles Leinwandtuch zur Kontraststeigerung

Das teuerste und aufwändigste Bauteil der gesamten Installation war die High-End-Motor-Leinwand des amerikanischen Herstellers STEWART. Sie wurde hinter einer vorgesetzten Trockenbau-Wand an der oberen Stirnseite des Raums platziert. Um in dem hellen, lichtdurchfluteten Wohnraum überhaupt ein gutes Bild projizieren zu können, wurde das spezielle graue Leinwand-Tuch FIREHAWK G4 ausgewählt.

Dieser spezielle Stoff mit einer optischen Beschichtung (optical coating) erhöht nicht nur den Kontrast der Projektion um bis zu hundert Prozent; es streut auch Restlicht – praktisch vom Zuschauer weg – wieder in den Raum. Zur Steuerung des gesamten AV-Systems entschieden sich Bauherr und Profis des HiFi Forum für Hard- und Software von RTI. Ein RTI-Controller im Werkzeugschrank ist mit den zu steuernden Geräten via Kabel bzw. IP verbunden und generiert eine Touch-Steuerungs-Oberfläche für das in eine alte Schalttafel stilecht eingelassene I-Pad.