Sony rüttelt heftig am Thron in der „Königsklasse“ digitaler Kameras. In einem Vergleich mit der Canon EOS-1DX Mark II und der Nikon D5 verwies die verhältnismäßig kleine, noch „junge“ Sony Alpha 9 die Platzhirsche auf die Plätze zwei und drei.

Was sich in der Szene seit geraumer Zeit abzeichnete, wurde wahr und als Test-Fazit der Redaktion vom Foto-Magazin bestätigt: „Die Alpha 9 könnte einen Wendepunkt in der Kameratechnik markieren. Nach dem aufwendigen Spiegelmechanismus hat Sony auch den mechanischen Verschluss weitgehend überflüssig gemacht (Ausnahme: Blitzen).

Noch nicht in jeder Beziehung perfekt

Die Vorteile liegen auf der Hand: lautloses und erschütterungsfreies Auslösen, weniger Verschleiß und höhere Geschwindigkeiten. Auch wenn die Alpha 9 noch nicht in jeder Beziehung perfekt ist, gewinnt sie unter dem Strich den Testvergleich mit den Spiegelreflexboliden“.

Nicht in jeder Beziehung perfekt? Was die Normalausführung anbelangt, werden mir viele Presse- und Sportfotografen schon nach einem kurzen Blick auf die fast zierlich wirkende Konkurrentin recht geben. Im Gegensatz zur Canon oder Nikon verfügt sie über keinen verbauten Hochformatgriff, was sie zwar um die Hälfte leichter macht, das Hantieren mit großen und schweren Objektiven aber deutlich verkompliziert.

Doppelt so stark und trotzdem zu schwach

Obwohl der neue Akku NP-FZ100 doppelt so stark wie sein Vorgänger ist, kann er, was Laufzeit und Durchhaltevermögen betrifft, weder Canon und schon gar nicht Nikon das Wasser reichen. Die Sony verlangt nach etwa 650 Aufnahmen nach einer neuen Energiequelle, während die Canon EOS-1 DX Mark III locker 1200 schafft und die Nikon D5 gar erst nach 3780 „Klicks“ schwächelt.

In Puncto Rauschverhalten muss sich die Sony ebenfalls von Canon und Nikon in die Schranken verweisen lassen – warum, um alles in der Welt, wird sie dermaßen überschwänglich gelobt? Das Argument, das man am öftesten hört: „20 Aufnahmen pro Sekunde mit AF-Nachführung“. Absolut geräuschlos und nur möglich, weil es keinen Spiegel gibt, der hoch- und wieder eingeklappt werden muss.

Lautlos und sensationell schnell

Dadurch bleibt der Blick durch den Sucher, der sogar ein klein wenig größer als der von Canon und Nikon ist, immer ungetrübt. Der neu entwickelte 24-Megapixel-CMOS-Sensor zeichnet mit „rückseitiger Belichtung“ auf, dem Hybrid-Autofokus stehen 693 Phasen-Detektionsmessfelder zur Verfügung, die sich auf „Augen“, „Gesichter“ oder „Körper“ sensibilisieren lassen.

Die kürzeste Verschlusszeit liegt dank elektronischer Unterstützung bei 1/32.000 Sekunde, der in die Kamera integrierte Bildstabilisator erlaubt bis zu fünf Blendenstufen mehr. 4K-Video? Sowieso. Die Alpha 9 und die Nikon D5 nehmen mit 3840×2160 Pixeln bis zu 30 Bilder pro Sekunde auf, die Canon schafft sogar 4096×2160 Pixel und 60 Bilder pro Sekunde.

Der Preis ist heiß

Der Preis der Sony ist auf den ersten Blick ganz besonders heiß: etwa 5300 Euro, wo Canon 6300 Euro und Nikon 6990 Euro haben wollen. Hier aber bitte nicht die „vernünftige“ Anschaffung des Hochformatgriffes Sony VG-C3EM vergessen, für den inclusive Zweit-Akku – nochmals knapp 500 Euro fällig werden.

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