Täglich prasseln neue Schlagzeilen zu den beiden zukunftsträchtigen Technologien OLED und Ultra HD auf uns ein. Doch was sind eigentlich die genauen Unterschiede zwischen den als „4K“ bezeichneten Ultra HD Fernsehern und OLED-TV’s? Und welche Vor- bzw. Nachteile haben die Technologien im direkten Vergleich?

  1. OLED: dünner, schneller, günstiger
  2. Rasend schnell und dennoch günstig
  3. Die Nachteile der OLED-Technologie
  4. Ultra HD: Spitzenqualität die ihren Preis hat
  5. Wenn gute Qualität zum Problem wird
  6. Der Preis von Ultra HD-Displays wird deutlich sinken
  7. Unser Fazit zu den Unterschieden
  8. Blick in die Zukunft: 4K OLED-Fernseher

OLED: dünner, schneller, günstiger

OLED steht für „organische Licht emittierende Diode“ und wird hauptsächlich für Displays verwendet. Es vereint einige der größten Vorteile von klassischen Plasma- und LCD-Displays und erreicht nicht nur fantastische Schwarz – und Weißwerte, sondern brilliert gleichzeitig durch einen sehr hohen Kontrast und einen enormen Betrachtungswinkel. Zudem liefern OLED TVs sehr lebendige und „echte“ Farben.

OLED-Displays arbeiten ohne Hintergrundbeleuchtung, wodurch sie deutlich dünner als herkömmliche Geräte sind. Aktuelle OLED-TV’s aus dem Hause LG trumpfen zum Beispiel mit einer Tiefe von gerade einmal 4mm auf. Interessant ist auch die Tatsache, dass sich OLED-Displays dank ihrer Materialeigenschaften biegen lassen.

Außerdem benötigen die Dioden weniger Energie und erzeugen weniger Wärme. Das macht sich vor allem in portablen Geräten wie Handys oder Notebooks positiv bemerkbar.

OLED – rasend schnell aber dennoch günstig

Gebogener Samsung OLED TV

Gebogener Samsung OLED TV

Auch in puncto Reaktionszeit haben OLED-Geräte die Nase vorn. Teilweise liegt diese bei unter 0,001 Millisekunden (1 Makrosekunde). Das entspricht nur einem tausendstel von aktuellen LCD-Monitoren, die sich bei etwa 1 Millisekunde bewegen.

Doch gut muss nicht automatisch auch teuer sein. Zwar sind OLED-Fernseher noch nicht aus der Portokasse bezahlbar, allerdings liegt das vor allem daran dass die Technologie noch recht neu ist. OLEDs lassen sich im Vergleich zu Ultra HD-Modellen auf drucktechnischem Wege herstellen und können so in naher Zukunft großflächig und kostengünstiger produziert werden.

Die Nachteile der OLED-Technologie

Wasser und Sauerstoff können das organische Material von OLED-Displays zerstören. Dabei können sogenannte „Dark Spots“ entstehen, das sind runde und sich ausbreitende nichtleuchtende Bereiche. Das Material muss entsprechend geschützt (verkapselt) werden. Dieses Problem scheint durch stetig voranschreitende Techniken und Materialien aber zunehmend kleiner zu werden.

Außerdem gibt es bei der Produktion der Displays aktuell noch einen sehr hohen Ausschuss, rund 40% der Produktion kann momentan nicht verkauft bzw. weiterverarbeitet werden. Panasonic und Sony arbeiten zur Zeit daran das Druckverfahren zu verbessern um die Herstellungskosten zu minimieren und die OLED Fernseher erschwinglicher zu machen. Dieser Technologie-Durchbruch soll bereits im nächsten Jahr stattfinden.

Das größere Problem betrifft aber die Lebensdauer. Die verschieden-farbigen Leuchtpunkte altern unterschiedlich schnell, wodurch es nach und nach zu Farbverschiebungen kommt.
Diese lassen sich zwar durch eine automatisierte Nachregelung ausgleichen, allerdings nur in einem begrenzten Maße. Dies stellt gerade bei den aktuell noch vorherrschenden Preisen natürlich ein erhebliches Problem dar, sollte durch die Weiterentwicklung der OLED-Technologie aber in absehbarer Zeit ebenfalls zu lösen sein.

Zu guter Letzt muss hier Erwähnung finden, dass OLED-TV’s keine 4K-Inhalte abspielen können, welche in Zukunft sicher deutlich zunehmen werden. Auch dies wird aber nur übergangsweise ein Problem sein, da Sony und Panasonic bereits erste OLED-4K-Prototypen vorgestellt haben, die diese Lücke schließen.

Ultra HD: Spitzenqualität hat ihren Preis

Auflösungsbeispiel Ultra HD gegen Full-HD

Auflösungsbeispiel Ultra HD gegen Full-HD
©Wikipedia

Im Gegensatz zur OLED-Technologie ist Ultra HD nur ein Update des Full-HD-Standards und hat deshalb nicht mit vielen der Kindheitskrankheiten, wie z.B. der geringen Lebensdauer, zu kämpfen. Die Auflösung steigt von 1920×1080 Pixeln (2,07 Megapixel) auf stolze 3840×2160 Pixel (8,29 Megapixel) an, was einen enormen Qualitätssprung mit sich bringt.

Ultra HD: wenn gute Qualität zum Problem wird

Der große Sprung in Sachen Auflösung bringt natürlich auch Probleme mit sich. Bis im normalen TV-Programm 4K-Inhalte zum Standard werden wird es noch eine Weile dauern und auch als Blu-Ray sind Ultra-HD-Filme noch nicht erhältlich. Allerdings können Full-HD-Inhalte hochskalliert werden und sehen somit auf einem Ultra-HD-TV bereits deutlich besser aus als auf einem aktuellen Fernseher.

Große Events wie die Fußball-WM 2014 werden in Sachen Content den Startschuss geben, für den Massenmarkt fehlen aber zur Zeit auch schlicht die technischen Vorraussetzungen. So unterstützt der weit verbreitete aktuelle HDMI-Standard die 4K-Technologie nicht. Auch Download- und Streaming-Angebote wären aufgrund der großen Datenmenge mit den derzeitigen DSL-Geschwindigkeiten des Otto Normalverbrauchers nicht praktikabel zu benutzen. Diese Probleme werden aber auch bald beseitigt werden, da bereits verschiedene Unternehmen an diversen Distributions-Möglichkeiten der 4K-Inhalte arbeiten.

Der Preis von Ultra HD-Displays wird deutlich sinken

Eines der Hauptprobleme der Ultra-HD-Technologie ist momentan ganz einfach der Preis. Für einen Ultra HD-Fernseher zahlt man zur Zeit das Vielfache dessen, was für ein Full-HD-Gerät in gleicher Größe auf den Tisch gelegt werden muss.

Dieses Phänomen kennen wir bereits von den 3D-TV’s und sobald die Produktions- und Absatzzahlen steigen und der Konkurrenz- und damit auch der Preiskampf zwischen den Herstellern ins rollen gerät, werden die Preise purzeln. Auch bei den Ultra HD Panels haben die Hersteller noch mit der Ausbeute von brauchbaren Displays zu kämpfen. Die Yield-Rate soll allerdings gegen Ende des Jahres so gut sein, dass die Ultra HD Panels nur noch das 1,3-1,5-fache von aktuellen Full-HD-Panels kosten sollen. 

Fazit der OLED und Ultra HD Unterschiede

Beide Technologien stecken noch in den Kinderschuhen, werden aus diesen aber in den kommenden Monaten und Jahren heraus wachsen. Die Unternehmen sind fleißig am weiterentickeln, schließlich tut sich hier ein Milliardengeschäft für die kommenden Jahre auf. Zwischen OLED- und Ultra HD-Displays gibt es noch einige Unterschiede, welche mit voranschreitender Entwicklung aber immer unbedeutender werden (Nachteile) bzw. teilweise verschmelzen (Vorteile). Beide Technologien sind atemberaubend und revolutionieren das Bilderlebnis.

Blick in die Zukunft: 4K OLED-Fernseher

Wir sind uns daher sicher, dass die Zukunft der beiden Technologien nicht in einem Konkurrenzkampf enden, sondern zu einem Zusammenschluss führen wird. Die Frage OLED oder 4K? wird sich auf Dauer also dank neuer 4K OLED-Displays gar nicht mehr stellen.