Packt Panasonic den Fehde-Handschuh aus? Erste Meldungen über einen „Super-Player“, der im August dieses Jahres auf den Markt kommen soll, geben dem Gerücht Nahrung, dass die Japaner den chinesisch-amerikanischen Konkurrenten von Oppo kräftig auf die Füße treten wollen.

Am Thron von deren zweifelsohne großartigen UHD-Blu-ray-Playern, die als gutmütige Allesfresser gelten und so gut wie jede Scheibe verdauen, die man ihnen in den Schacht wirft, will Panasonic kräftig rütteln.
Als einziges „Manko“ in der Ausstattungsliste des kommenden Highend-Modells UB9000 kann man höchstens anführen, dass eine SACD-Wiedergabe nicht möglich ist.

Das künftige Flaggschiff

Ansonsten muss sich das künftige Flaggschiff nicht verstecken: HDR10, HLG und HDR10+ sowie ein HDR-Optimierer sind an Bord. Ein Software-Update soll die Hochkontrast-Abteilung vervollständigen und auch Dolby-Vision ins Boot holen. Der optimierte HCX-Bildprozessor, der in den neuen OLED- und Premium-LCD-Fernsehern von Panasonic arbeitet, übernimmt als Steuermann die Berechnungen.

HDR-kompatible Fernseher nutzen das Tone Mapping, um HDR-Content mit statischen Metadaten darzustellen. Gerade in den dunklen Bildanteilen kann es vorkommen, dass Farbabstufungen und Details nicht darstellbar sind.

Das Optimum als Ziel

Panasonics HDR Optimizer „pimpt“ das Tone Mapping und verteilt die Helligkeit innerhalb des darstellbaren Bereichs, teilt der Hersteller mit. Mehr Dynamik selbst auf UHD Fernsehern ohne HDR bringe das Optimized Tone Remapping auf den Schirm.

Dafür, dass HDR-Inhalte auch an hellen Sommerabenden und sonnigen Sonntagnachmittagen brillant und detailreich rüberkommen, sorge das zuschaltbare „Optimum HDR Processing“. Über eine dedizierte Taste auf der Fernbedienung werde die Funktion aktiviert.  Sie zieht nach Aussage von Panasonic die Helligkeit in dunklen Bildbereichen an, verbessert die Farbdarstellung und sorgt für mehr Details.

Audio-Sektion aufgerüstet

Was die Oppo-Player ganz besonders macht, ist die aufwändige Audio-Sektion. Man kauft praktisch zwei Geräte in einem Gehäuse, wenn man bedenkt, dass die Modelle 203 und 205 nicht nur Referenz UHD-Blu-ray Player sind, sondern auch als hochwertige CD bzw. SACD-Playern einen hervorragenden Ruf genießen.

Mit dem DMP-UB9000 bläst Panasonic zum Gegenangriff: Anschlüsse für ein 7.1-Surround-Lautsprechersystem, zusätzliche Ports für Zwei-Kanal-Klang per Cinch-Verbindung oder mit XLR-Steckern.

Der Digital Tube Sound

Natürlich gibt es zwei HDMI-Ausgänge; einen davon für High-Resolution Audio Playback. Wiedergegeben werden die unkomprimierten Formate DSD (2,8/5,6/11,2 Mhz), WAV, Flac, AIFF und ALAC. MP3 & Co. natürlich sowieso.

Hinzu kommt das bekannte Panasonic-Feature „Digital Tube Sound“, welches die angenehm volle, warme Klangcharakteristik eines Röhrenverstärkers nachahmt. Eine Audio-Upsampling-Funktion ist ebenfalls serienmäßig.

Devise lautet „Heavy Metal“

„Heavy Metal“ lautet die Devise, was Gehäuse und Chassis anbelangt. Vibrationen im Inneren werden quasi eliminiert, damit nichts die Bild- oder Tonwiedergabe trüben kann. Eine neu entwickelte Laufwerksbasis mit einer dreidimensionalen, dicken Stahlplatte, welche das Laufwerk im Zentrum des zweilagigen Chassis fixiert sind das Mittel zum Zweck.

Statt Kunststoff kommt wird auch für die Front- und Seitenteile des Gehäuses Aluminium verwendet. Die Wiedergabe von 4K-Inhalten von Streaming-Apps wie Netflix, Amazon Video und YouTube sind ebenfalls kein Problem, da sich der Blu-ray-Player via Ethernet oder WLAN mit dem Internet verbindet.

Weit unter 1000 Euro?

Natürlich wird man nach einem weiteren Update auch die Sprachassistenten Amazon Alexa und Google Assistant unterstützen. Zum Schluss der vielleicht wichtigste Aspekt. „Weit unter 1000 Euro“ soll Panasonics Paradepferdchen kosten.

Nachdem der bisherige Champion, der UB900, mit 799 Euro zu Buche schlägt, bleibt nicht viel Spielraum, wenn man dem Oppo 203 für 849 Euro zum Vergleich hernimmt und dessen größeren Bruder, den Oppo 205 für 1799 Euro auf dem Olymp sitzen lässt.