Die gfu Consumer & Home Electronics GmbH gibt als Veranstalter der IFA jedes Jahr eine repräsentative Studie für 2000 Haushalte in Deutschland in Auftrag. Im Mittelpunkt stehen die Themen Consumer- und Home Electronics. Hans-Joachim Kamp, Aufsichtsratsvorsitzender der gfu, fasst zusammen:

„Die ersten Ergebnisse zeigen deutlich, dass Industrie und Handel den Konsumenten umfassend informieren müssen, damit die technischen Innovationen und ihr Mehrwert auch verstanden werden und zu Kaufanreizen führen. Bei den Kaufgründen ist Smart TV von Platz drei auf zwei vorgerückt, hinter dem großen Bild, das Platz eins verteidigt hat“.

Große Fernseher erste Wahl

Für Bewegtbild-Inhalte bleibe ein großer Fernseher die erste Wahl. Allerdings biete der Markt mehr Umsatz-Möglichkeiten. Industrie und Handel gelinge es offenbar nicht, die Ausgabebereitschaft der Konsumenten in vollem Umfang abzurufen. Dass die Konsumenten im Schnitt bereit sind, rund 75 Prozent mehr für ein TV-Gerät auszugeben, entspreche immerhin einer Differenz von 442 Euro zum aktuellen Durchschnittspreis.

Hans-Joachim Kamp

„Plattformen wie die IFA, die weltweit bedeutendste Messe für Consumer Electronics und Home Appliances, bieten eine herausragende Möglichkeit, die Öffentlichkeit über neue Technologien und Produkte sowie deren Mehrwert zu informieren und Marktimpulse zu erzeugen“, stellt Kamp klar.

Fachbegriffe oft Rätsel

Die innovative Branche der Consumer und Home Electronics bringt in schnellem Rhythmus neue Technologien und Entwicklungen in den Markt. Damit einher gehen neue Begriffe und Funktionalitäten. Für technisch versierte Kunden stellt dies sicher kein Problem dar, aber wie bekannt sind diese Fachbegriffe bei allen Verbrauchern?

Wenn es sich nicht gerade um Anglizismen oder kryptische Abkürzungen handelt, sind sich die meisten deutschen Verbraucher sicher, auch besonders neue und aktuelle Fachbegriffe zu kennen und anderen Personen erklären zu können. Dies gilt vor allem für die Begriffe Sprachassistent, Digitalradio und Künstliche Intelligenz. Bei HDR und OLED hingegen müssen die meisten Befragten immer noch passen.

Großer Unterschied der Geschlechter

Eine weitere Frage beschäftigte sich mit den Kaufgründen für ein neues TV-Gerät: Was sind die konkreten Gründe für die Neuanschaffung noch in diesem Jahr? Hier zeigt sich bei zwei Dritteln der Antworten ein großer Unterschied der Geschlechter. So ist für 52 Prozent der Studienteilnehmer ein größerer Bildschirm der wichtigste Kaufgrund.

Dabei ist dies interessanterweise bei 60 Prozent der weiblichen und nur bei 46 Prozent der männlichen Befragten das Kriterium Nummer eins. An zweiter Stelle der wichtigsten Kaufgründe rangiert mit 44 Prozent der Smart TV mit Internetzugang. Auch hier gibt es eine Diskrepanz zwischen den weiblichen mit 51 und den männlichen Teilnehmenden mit 39 Prozent. Der drittwichtigste Grund ist mit 39 Prozent eine bessere Bildauflösung und für beide Geschlechter gleich wichtig.

OLED ist Männern wichtiger

Platz vier belegt mit 27 Prozent eine bessere Ausstattung. Hier wieder mit großem Unterschied: 31 Prozent bei den weiblichen und 24 Prozent bei den männlichen Befragten. Ein OLED-TV ist für 19 Prozent der Umfrageteilnehmer ein Kaufgrund. Dies ist allerdings für Männer mit 25 Prozent deutlich wichtiger als für Frauen mit nur elf Prozent. Auf Platz 6 kommt mit 18 Prozent der Ersatzkauf für ein defektes Gerät mit annähernd gleicher Verteilung unter den Geschlechtern.

Die Antworten der in der gfu Studie Befragten untermauern den Trend zu größeren Bilddiagonalen. So erwägen 25 Prozent den Kauf eines TVs mit einem Bild zwischen 48 und 55 Zoll (121 bis 138 cm), 30 Prozent würden ein Gerät mit 55 bis 65 Zoll (138 bis 165 cm) kaufen und zehn Prozent würden zu einem Gerät mit über 65 Zoll greifen.

Fernseher oder Smartphone?

In der gfu Studie wurde auch nach den bevorzugten Geräten für die Wiedergabe von Bewegtbild-Inhalten gefragt. Dabei zeigte sich folgendes Ergebnis: Geht es um die Wiedergabe von Videostreaming und den Mediatheken der TV-Sender dominiert bei allen Altersgruppen mit insgesamt 84, beziehungsweise 82 Prozent eindeutig der Fernseher. Auch die Streuung innerhalb der Altersgruppen liegt hier nicht signifikant auseinander.

Für Videoportale wie zum Beispiel YouTube liegt das Smartphone eindeutig mit 36 Prozent vorn, Platz zwei belegt das TV-Gerät mit 24 Prozent. Dabei gibt es große Altersunterschiede. So bevorzugen 50 Prozent der 16 bis 39 Jährigen das Smartphone, während dies nur 27 Prozent bei den 40 bis 59 Jährigen und nur 18 Prozent der über 60 Jährigen sind. Beim TV ist die Verteilung umgekehrt: 22 Prozent bei der Altersgruppe 16 bis 39, 24 Prozent bei den 40 bis 59 Jährigen und 28 Prozent bei den über 60 Jährigen.

Enorme Diskrepanz

Ein Studienergebnis sticht auch in diesem Jahr wieder besonders heraus: Der Vergleich der Ausgabebereitschaft für Fernseh-Geräte mit den tatsächlich beim Kauf ausgegebenen Summen zeigt eine große Diskrepanz. So liegt der Durchschnittspreis aller verkauften TV-Geräte aktuell bei 576 Euro (Quelle: HEMIX Q1/19). Die im Rahmen der gfu Studie Befragten sind aber bereit, im Durchschnitt rund 1018 Euro für das nächste Fernsehgerät auszugeben. 48 Prozent planen sogar Ausgaben von mehr als tausend Euro und 28 Prozent wollen über 1500 Euro investieren.

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