Ein legendärer symbolischer Knopfdruck leitete am 25. August 1967 um 10:57 Uhr eine neue TV-Ära in Deutschland ein. Vizekanzler Willy Brandt höchstpersönlich „startete“ im Rahmen der 25. Großen Deutschen Funkausstellung in West-Berlin das Farbfernsehen.

Dieser Moment ist vielen Menschen in guter Erinnerung geblieben und gilt als Meilenstein der TV-Geschichte. „Seit das Fernsehen vor 50 Jahren bunt wurde hat es sich dank zahlreicher inhaltlicher und technischer Innovationen zur beliebtesten Freizeitbeschäftigung in Deutschland entwickelt.

Markante technische Fortschritte

Vor allem mit Start des digitalen Fernsehens in Deutschland haben etliche markante technische Fortschritte wie etwa HDTV dafür gesorgt, dass das TV-Erlebnis für die Zuschauer kontinuierlich besser und komfortabler geworden ist“, sagt Andre Prahl, Vorstandsvorsitzender der Deutschen TV-Plattform.

Es ist dies ein Zusammenschluss von privaten und öffentlich-rechtlichen Sendern, Geräteherstellern, Infrastrukturbetreibern, Service- und Technik-Providern, Forschungsinstituten und Universitäten, Bundes- und Landesbehörden sowie anderen, mit den digitalen Medien befassten Unternehmen, Verbänden und Institutionen. Ziel des eingetragenen Vereins ist seit 25 Jahren die Einführung von digitalen Technologien auf
Grundlage offener Standards.

Nicht mehr wegzudenken

Heute ist der Fernseher nicht mehr aus dem Alltag wegzudenken. 2016 lag die durchschnittliche Sehdauer der Gesamtbevölkerung unverändert bei 223 Minuten pro Tag (Quelle: AG/GfK). Allerdings benötigte die „Innovation Farbfernsehen“ etwas Zeit, bis sich die bunten TV-Bilder in den Wohnzimmern durchsetzen konnten.

Tatsächlich kurbelten erst die Übertragungen der Olympischen Spiele in München 1972 und der Fußball-WM 1974 (Deutschland holte im eigenen Land den Weltmeistertitel) den Verkauf von Farbfernsehern spürbar an.

Breitbildformat feierte 1998 Premiere

Bis heute steigern sportliche Großveranstaltungen die Begeisterung für neue TV-Technologien: Das Breitbildformat 16:9 feierte bei der Fußball-WM 1998 in Frankreich Premiere, HD-Fernsehen setzte sich nicht zuletzt wegen der Übertragungen der Weltmeisterschaften 2006 (Pay-TV) und 2010 (Free-TV) durch.

Im neuen Jahrtausend nahm die Verbesserung der Bildqualität noch einmal deutlich zu. Flachbildfernseher mit LCD- und Plasma-Technik wurden erschwinglich und ersetzten den sperrigen Röhren-TV. 2007 wurden nach Angaben der GfK Retail & Technology GmbH in Deutschland erstmals mehr HD- als SD-Fernseher verkauft, insgesamt gingen bis heute 79 Millionen HD-Fernseher über den Ladentisch.

Von HDTV zu Ultra HD

Seitdem hat sich HDTV zum Verkaufsschlager entwickelt. Rund 60 Prozent der TV-Haushalte in Deutschland empfangen ihre Programme in HD-Qualität (Quelle: Astra-TV-Monitor 2016). Der nächste große Sprung hieß Ultra HD: Die Anzahl der für Detailschärfe sorgenden Bildpunkte hat sich gegenüber Full HD vervierfacht – von rund zwei Millionen bei HDTV auf acht Millionen.

Das Kundeninteresse ist weiterhin groß. Im ersten Halbjahr 2017 wurden in Deutschland bereits 1,2 Millionen – und damit seit Einführung 4,3 Millionen – UHD-Fernseher verkauft (Quelle: Gfk Retail & Technology GmbH).

„Vor kurzem noch undenkbar“

Ultra HD sorgt für ein gestochen scharfes Bild und bietet in Kombination mit neuen Displaytechnologien eine Farb- und Kontrastdarstellung, die vor kurzem noch undenkbar war“, betont Kai Hillebrandt, Vorsitzender des ZVEI-Fachverbands Consumer Electronics.

„Seit dem berühmten Knopfdruck von Willy Brandt sind wir dem Ziel, im Fernseher die Realität detailgetreu abzubilden, deutlich näher gekommen – und weitere Technologieentwicklungen werden noch folgen.“ Der ZVEI-Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e. V. vertritt die Interessen von 1600 Unternehmen der Elektroindustrie und zugehöriger Dienstleistungsunternehmen in Deutschland. Die Branche beschäftigt rund 850.000 Arbeitnehmer im Inland und weitere 680.000 im Ausland.