In aller Bescheidenheit sprechen die Entwickler von Microsofts demnächst erscheinender Xbox Scorpio von der „stärksten Konsole der Welt“. Kann es wirklich wahr sein, dass jenes Zauberkästlein tatsächlich weniger als 400 Euro kosten wird? „Computer Bild“ hat gründlich recherchiert und bezieht sich auf den spanischen Anbieter XtraLife.

Der bewerbe die Xbox Scorpio bereits für 399 Euro. „Computer Bild“ rät dennoch zu verhaltener Euphorie und Vorsicht. Immerhin habe der Hersteller aus Redmond schon mehrfach betont, dass es sich beim Project Scorpio um ein Premium-Gerät handelt. Nachdem die Xbox One beim Verkaufsstart 499 Euro kostete, ergeben sich gewisse Unstimmigkeiten. Noch dazu, wenn man bedenkt, dass man ja nicht nur eine Spielkonsole, sondern auch einen vollwertigen UHD Blu-ray-Player erwirbt!

Harte Fakten auf der Technikseite DigitalFoundry:

  • Prozessor: 8 x86-Kerne die mit 2,3 Gigahertz arbeiten
  • Grafikchip: 40 Compute Units mit insgesamt 2.560 Recheneinheiten, die mit 1172 Megahertz arbeiten
  • RAM: 12 GB GDDR-5 RAM, 8 GB stehen für Spiele zur Verfügung, 4 GB für das System (Bandbreite: 326 GB pro Sekunde)
  • Festplatte: 2,5-Zoll-HDD mit 1 Terabyte Speicher
  • Laufwerk: 4K-UHD-fähiges Blu-ray-Laufwerk

 

Höhere Taktfrequenzen

Als Antrieb werkelt angeblich weiterhin der von AMD unter dem Codenamen „Jaguar“ entwickelte Achtkern-Prozessor, welcher auch in der Xbox One und Xbox One S zum Einsatz kommt. Dennoch habe die neue CPU wenig mit der alten Xbox-One-Recheneinheit zu tun: AMD soll nach Angaben von Microsoft das Fertigungsverfahren verbessert, Anpassungen vorgenommen und Latenzzeiten verringert haben. Die Schaltungen der CPU verkraften jetzt höhere Taktfrequenzen: Die acht Kerne des Prozessor arbeiten mit 2,3 statt bislang mit 1,75 Gigahertz.

„Good News“ auch vom im Prozessor untergebrachten Grafikchip: Scorpio kann die Berechnung von Spielfiguren, Objekten und Umgebungen auf 40 „Compute Units“ mit je 64 Recheneinheiten verteilen. Zur Erinnerung: Der Xbox One standen für diese Aufgaben nur zwölf Kerne mit jeweils 64 Recheneinheiten zur Verfügung. Die 2560 Recheneinheiten (40 Compute Units mal 64 Recheneinheiten) takten mit 1172 statt mit 914 Megahertz, was eine flüssige, detailliertere und realistischere Darstellung von 4K-Spielen begünstigt.

Wohin mit der Wärme? Wird es laut?

Negative Auswirkung: unter Volllast wird viel Wärme produziert, welche die Lüfter auf Trab bringt, damit die heiße Luft schnellstens aus dem Gehäuse geschaufelt wird. Die Tatsache, dass das Netzteil dort jetzt ebenfalls untergebracht ist, macht es nicht gerade leichter.

Eine Tempobremse hat Scorpio nach wie vor. Denn statt auf einer schnellen SSD legen Zocker Spiele, Filme, Musik und sonstige Daten auf einer klassischen Festplatte im 2,5 Zoll-Format und mit 1 Terabyte Speicher ab.
[Quelle: Computer Bild]