Der US-amerikanische Fernsehsender ESPN plant vorerst nicht mit der neuen 4K-Auflösung bei eigenen Sendungen. Der Sender machte zuletzt Schlagzeilen, da er seine 3D-Sparte bereits schließen musste und daher begründete Zweifel am Erfolg der neuen Bilddarstellung hat.

Laut Chuck Pagano, Vizepräsident CTO von ESPN, hat das Unternehmen vorerst keine Pläne für die Umstellung auf das neue TV-Format. Dafür gibt es zwei Gründe: Zum einen ist ESPN Teil der ABC Disney Gruppe, welche zurzeit alle eigenen Programme in einer Auflösung von 720p sendet. Ein Umstieg auf eine 4K-Auflösung würde somit sehr kostenintensiv sein. Zum anderen wiegen die schlechten Erfahrungen durch 3D schwer, daher möchte das Unternehmen vorerst auf die mögliche Akzeptanz von 4K warten und dann auf eine entsprechende Nachfrage der Kunden reagieren. Auf der anderen Seite fordern jedoch viele bekannte Elektronikunternehmen wie LG, Samsung und Sony eine bessere Umsetzung der vorhandenen Möglichkeiten. Die Hersteller beschweren sich, dass potentielle Käufer nicht genügend Sendungen in der neuen Auflösung empfangen können. Wie es aussieht, liegt hier das bekannte „Huhn und Ei“-Problem vor, denn die Hersteller wollen mehr Sendungen in 4K und die Sender wollen mehr Empfänger von 4K-Sendungen, um einen Regelbetrieb profitabel gestalten zu können. Dabei gibt es sehr interessante Tests für 4K-Übertragungen, welche sich mit der Aufnahme und dem Empfang via Satellit und Internet befassen. Des Weiteren werden weitere Techniken entwickelt, womit die höhere Auflösung effektiver aufgenommen und wiedergegeben kann. Die aktuellen Standards der meisten Sender, sind jedoch sehr starr auf 720p oder 1.080p ausgelegt. Eine Umrüstung auf einen höheren Standard ist mit sehr hohen Kosten verbunden. Die Hersteller haben momentan das Problem, dass die Preise für einen 4K-Bildschirm zurzeit sehr hoch sind.

Momentan sind also die verschiedenen Server gefragt, welche eine 4K-Sendung liefern können. So sorgen die beiden Firmen REDRAY und Sony, in Kooperation für eine möglichst schnelle und sichere Verfügung von Filmen und Serien im 4K-Format. Ironischerweise hat Sony sogar auf den X-Games, mit ESPN einige Aufnahmen mit einer 4K-Kamera gemacht, welche vom Sender nicht genutzt werden wollen. So lädt der japanische Konzern selbst das gewonnene Bildmaterial hoch und stellt es auf seinem Media-Server zur Verfügung. Alle anderen Quellen, seien es 1.080-Blu-rays oder ältere DVDs, werden natürlich auf den Bildschirmen, dank verschiedener 4K-Upscale-Techniken, fehlerfrei dargestellt. Auf dem Weg Ultra-HD Sendungen auf die Fernseher in unseren Wohnzimmern zu befördern, sind daher noch einige Steine aus dem Weg zu räumen. Den größten Schritt hat der Satellitenbetreiber ASTRA bereits gemacht. Der erste 4K-Sender ist nämlich via Satellit zu empfangen [Frequenz 10.906 MHz (Polarisation: vertikal, Symbolrate: 22.000, FEC: 2/3, Modulation: 8 PSK)]. Weitere erfreuliche Nachrichten gibt es von Sky, der private Sender denkt über verschiedene Konzepte einer 4K-Sendung nach. Mit enthalten in diesen Überlegungen sind Live-Shows und Sportevents. Ob und wann jedoch 4K-Fernsehen flächendeckend eingesetzt werden kann, ist zurzeit noch unklar. Neben den Demo-Sendungen von ASTRA, Eutelsat und Hispasat, gibt es keinen wirklichen Regelbetrieb, doch die Entwicklung ist dennoch, durchaus als erfreulich und vielversprechend einzustufen.

[via advanced-television]