Aktuell kommen immer mehr LCD TVs mit reduzierter Subpixelanzahl auf den Markt. Hersteller sind von dieser Entwicklung nicht unbedingt angetan, denn sie sorgen nicht nur für Verwirrung unter den Kunden, sondern untergraben auch die Seriosität von Ultra HD. Grund dafür ist die Tatsache, dass diese Geräte aufgrund ihrer reduzierten Subpixelanzahl nicht als vollwertige Ultra-HD-Fernseher vermarktet werden dürften. Die Auflösung liegt meist deutlich niedriger als 3.840 x 2.160 Pixel. Doch wie erkennt man diese Geräte?

Hersteller sehen Ultra HD Devices in Gefahr

Am heutigen Sonntag möchte ich mich in meiner Kolumne einmal einem nicht ganz so tollem Thema annehmen – und zwar den Fake Ultra HD TVs. Damit klar wird, worum es hier geht, wollen wir einmal von vorne anfangen und erklären, wie genau Bildpunkte überhaupt funktionieren.

Funktion von Bildpunkten

Die auf einem Display zu sehenden Bildpunkte sollen neben Helligkeit auch eine Farbe mit sich bringen und das Bild des TVs, Monitors und Co. entsprechend anpassen. Dabei setzt man auf das Prinzip der additiven Farbmischung. Die Farben Rot, Blau und Grün können je nach Mischverhältnis unterschiedliche Farben zeigen. Wenn alle drei zusammen leuchten, wird beispielsweise ein weißer Bildpunkt (Pixel) erzeugt. Könnte man die Pixel erkennen, würden sie so aussehen (s. Bild unter dem Absatz).

Pixel und reguläre Subpixel-Struktur im Vergleich: Ein Bildpunkt auf dem Monitor besteht in der Regel aus drei farbigen Stäbchen (Subpixeln), die dann wieder ein Quadrat bilden.

Pixel und reguläre Subpixel-Struktur im Vergleich: Ein Bildpunkt auf dem Monitor besteht in der Regel aus drei farbigen Stäbchen (Subpixeln), die dann wieder ein Quadrat bilden. Quelle: Quality.TV

Zusätzliche oder weniger Subpixel

Um das Bild weiter zu verbessern und zum Beispiel gelbe und goldene Farbtöne besser zeigen zu können, hat Hersteller Sharp bei seiner Quattron genannten Technik zusätzliche Subpixel verwendet. Diese brachten in einigen Bereichen Vorteile, waren jedoch auch mit Problemen behaftet. So befand sich der Farbton des gelben Subpixels außerhalb des Normfarbraums und sorgte für schwer vorhersehbare Farben, die vom Filmproduzenten geplant waren, als sie ausgestrahlt wurden. Die Auflösung konnte zudem nur bedingt erhöht werden, da die Subpixel nicht zum Pixelraster der Quelle passten.

Aber was passiert, wenn man nun Subpixel weglässt?

Dann wird es nicht mehr so lustig. Einige Billig-Hersteller aus China praktizieren dies gerade und haben sogar schon größere Unternehmen, wie LG infiziert. Der Konzern bringt UHD-Fernseher mit dieser besonderen Eigenschaft auf den Markt, ohne darauf hinzuweisen. In den USA musste LG sogar schon öffentlich Stellung dazu beziehen. Dort ist man der Meinung, die Auflösung würde trotz geringerer Subpixelanzahl nicht verändert werden.

Doch wer einmal nachrechnet, wie die Jungs von PRAD.de, wird feststellen, dass dem nicht so ist. Nehmen wir doch einfach einmal an, dass jeder zweite Bildpunkt nur aus einem weißen Subpixel statt RGB-Farbpixeln besteht:

3.840 Bildpunkte x 3 Subpixel = 11.520 Subpixel bei normaler RGB-Struktur

(1.920 Bildpunkte x 3 Subpixel) + (1.920 Bildpunkte x 1 Subpixel) = 7.680 Subpixel bei RGBW-Struktur

7.680/11.520=2/3.

In anderen Worten bedeutet dies, dass ein Drittel der Subpixel fehlt. Die vertikale Auflösung ist übrigens unbeeinträchtigt weiterhin bei 2.160 Zeilen. Wie sich das im Genauen bei einem spezifischen Gerät verhält, können am Ende aber nur Tests zeigen.

In unseren Gefilden gehört übrigens der LG 43UF6909 zu den Geräten, die mit einer geringeren Subpixelanzahl auf den Markt kommen. Da LG keine Hinweise auf die Einschränkung gibt, ist schwer zu sagen, welche Ultra HD TVs hier noch betroffen sind. Man sollte daher beim Kauf genau hinschauen.

[Bildquelle: Quality.TV]