Sony macht´s mal wieder spannend. Zwar mauscheln die Japaner – sozusagen hinter vorgehaltener Hand – sich mit der Absicht zu tragen, ihr 4K-Handheld-Portfolio zu erweitern, aber was dem Endverbraucher der Spaß wert sein soll, wird nicht verraten.

Es ist zum Mäuse melken! Bei Fernsehern, Beamern und sostigen Artikeln klappt es doch auch! Presse-Mitteilungen flattern in Scharen durchs Internet, alle Vorzüge sämtlicher Produkte werden gebührend ins Rampenlicht gestellt und man erfährt selbstverständlich, was sie kosten, weil das ja nicht selten der „springende Punkt“ für den Interessenten ist.

Mirakulöse Firmenpolitik

Was aber haben unvollständige Nachrichten für einen Sinn? Wollen die Jungs aus Nippon erstmal ausbaldowern, was der deutsche Michel so bereit wäre, hinzublättern? Will man abwarten und gucken, was die Konkurrenz für ebenbürtige Geräte verlangt?

Müssen gewievte Mitarbeiter der Sony Marketing-Abteilung Harakiri begehen, wenn sie sich zu früh verplappern? Oder weiß schlicht und einfach noch niemand im ganzen Laden über den Preis bescheid, weil man erst noch „zusammenrechnen“ muss?

Der Preis ist heiß

Normalerweise müsste man auf die Veröffentlichung „löchriger“ Berichte verzichten, dürftige Infos in die Tonne treten und tun als wäre nichts gewesen. Aber finden Sie heutzutage mal eine Tonne! Wieder einmal überrede und überzeuge ich mich selbst und gebe ungehemmt preis, was ich bislang weiß.

Und ich verrate nicht unstolz, dass ich sogar herausgefunden habe, was die Dinger kosten. In diesem Zusammenhang bedanke ich mich auf das Herzlichste bei den Kollegen von film-tv-video.de, die anscheinend beste Beziehungen zu Sony haben und den Herrschaften gründlich auf den Zahn fühlten. Bravo! Bravissimo!

Technisch top

Also: die neue Handheld-Cam Sony PXW-Z280 (oben rechts im Bild) ist mit drei 1/2-Zoll-CMOS-Sensoren ausgerüstet (Exmor R), die für eine Empfindlichkeit von F12 (bei 59.94p) sorgen. Sony hebt insbesondere das Zoomobjektiv mit seinem 17fach Zoom hervor, versäumt aber, den konkreten Brennweitenbereich anzugeben.

Der Drei-Chip-Sensor sorge im Zusammenspiel mit der Signalverarbeitung in 4K, 4:2:2 und 10-Bit Farbtiefe für lebendige Bilder. Weiter biete der Camcorder Netzwerkfunktionalität und lasse sich innerhalb von Direct-to-Air Workflows einsetzen. Das 6935 Euro teure Modell (in Worten: Sechstausendneunhundertfünfunddreißig), das im Juli auf den Markt kommt, ist laut Hersteller für einfache Bedienung ausgelegt und bietet unter anderem einen Autofokus mit Gesichtserkennung.

Fokus, Zoom und Blende im Griff

Das gepriesene Zoom bietet drei Drehringe mit fest definierten Endpunkten für die manuelle Kontrolle von Fokus, Zoom und Blende. Weiter punktet der Camcorder mit Sonys variablen elektronische ND-Filtern, unterstützt S-Log3 sowie Sonys Instant-HDR-Workflows.

Per XDCAM Air ist es möglich, hochwertiges Material zu übertragen. Dabei wird eine Dual-Link-Verbindung genutzt, die zwei Mobil-Netzwerke bündelt. Auf diese Weise kann man Clips in hoher Qualität inklusive Metadaten übertragen. Zusätzlich lässt sich Footage über das integrierte WiFi-Modul oder über die Ethernet-Verbindung wahlweise drahtlos oder drahtgebunden weiterleiten.

Camcorder „von Format“

Die Fernsteuerung via Smartphone, Tablet oder Desktop ist ebenfalls möglich. Formatseitig unterstützt der Camcorder unter anderem XAVC Intra/Long, MPEG HD422, MPEG HD und DVCAM. Ein optionaler Adapter ermöglicht es, mit SxS- oder SD-Speicherkarten zu arbeiten.

Der Sony zeichnet vierkanaligen Ton auf, wobei sich jede Spur individuell pegeln lässt. 12G-SDI lässt 4K-50/60p-Transfers über längere Distanzen mit einem einzigen BNC-Kabel zu.

Der kleinere Bruder

In ähnlicher Bauform, aber mit etwas anderen Eckdaten stellt Sony mit dem PXW-Z190 (oben links im Bild) noch einen weiteren 4K-Handheld vor. Er ist mit drei 1/3-Zoll-CMOS-Sensoren ausgestattet (Exmor R), liefert 4K-50/60p-Bilder und arbeitet ebenfalls mit 4:2:2- und 10-Bit-Signalverarbeitung.

Der kleinere Bruder protzt mit einem „größeren“, nämlich 25fachen-Zoom-Objektiv, dessen manuelle Bedienung ebenfalls über drei Blendenringe gesteuert werden kann. Nach Angaben von Sony kann man mit einem Digital Extender im HD-Modus dank des 4K-Sensors quasi mit 50fach-Zoom arbeiten.

Gute Ausstattung

Wie der Z280 ist auch der 190er mit »Advance Face Detection Autofocus« sowie mit elektronischen, variablen ND-Filtern bestückt und für umfangreiche Netzwerkfunktionalität gerüstet. Über einen Doppel-Zubehörschuh lassen sich Mikrofon und Licht parallel nutzen. Der Camcorder zeichnet auf SD-Speicherkarten auf und hat zwei spezifische Steckplätze an Bord. Das Gerät unterstützt eine Vielzahl an Formaten, darunter XAVC-Long und DVCAM.

MPEG HD 422 und MPEG HD sind über eine optionale Lizenz verfügbar. Proxy 1080i mit bis zu 9 MbPs kann für simultane 4K- und HD-Aufzeichnung verwendet werden. Weitere Features des Camcorders sind ein 3G-SDI-Ausgang sowie ein Remote Terminal für den Multikamerabetrieb im Zusammenspiel mit Sonys MCX-500 Mischer und dem RM-30BP Steuerpult. Der Sony PXW-Z190 soll ab September verfügbar sein und den Käufer um 3468 Euro ärmer machen.

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