Nach einem fulminanten Comeback im Jahr 2014 hat Technics wieder zu altem Ruhm und Glanz gefunden. Optisch ansprechende und technisch innovative Produkte waren bei der Panasonic-Tochter schon immer Trumpf. Die Plattenspieler der Japaner sind legendär.

So wundert es nicht, dass das Interesse an den Neuauflagen berühmter Vorgänger wie dem direktgetriebenen Plattenspieler SP-10R und dem entsprechenden Plattenspieler-System SL-1000R riesig ist. Nach monatelangem Gemunkel und Gemauschel kann Frank Balzuweit als Business Development Manager bei Technics Europa jetzt die frohe Botschaft verkünden: die neuen Modelle SP-10R und SL-1000R werden Ende April im Fachhandel eingeführt.

Die ersten mit Direktantrieb

Mit Schnäppchenpreisen rechnet sicher niemand. Dennoch dürften der Technics SP-10R für 8999 Euro und der Technics SL-1000R für 15.999 Euro weggehen wie die warmen Semmeln. Lasset uns historisch werden, um den Ursachen dieses Mirakels zu ergründen.

1970 präsentierte Technics mit dem SP-10 den weltweit ersten Plattenspieler mit Direktantrieb, der die SP-10-Serie in Windeseile sowohl zur ersten Wahl für Rundfunkanstalten als auch zum Objekt der Begierde für Audiophile in aller Welt werden ließ.

In Studios und Sendern „zuhause“

Die BBC-Studios in London nutzten den SP-10 zum Abspielen von Vinylplatten und 78rpm-Material. Zudem wurden beim Sender mit dem Plattenspieler Datensätze für Post-Production-Projekte auf Band übertragen.

Die große Faszination des Direktantriebs liegt seit jeher in der Fähigkeit, Klangbeeinträchtigungen zu eliminieren, wie sie bei anderen Plattenspielerarten typischerweise aufgrund von Gleichlaufschwankungen und Mikrovibrationen zwischen dem Antriebsmotor und den Übertragungsmechanismen entstehen.

Musikgeschichte mit geprägt

Als Innovator und Schöpfer von emotionalen Musikkomponenten prägte Technics wie kaum eine andere Audiomarke die Musikgeschichte – von den Wurzeln des Hip-Hop über den rasanten Aufstieg internationaler Star-DJs bis hinein in die Wohnstuben von Millionen von Musikliebhabern.

Der SP-10R und der SL-1000R führen dieses Vermächtnis fort, indem sie die jahrzehntelange Erfahrung der japanischen Toningenieure auf eindrucksvolle Weise mit neuesten technologischen Errungenschaften verbinden. Herzstück des Technics SP-10R ist ein Direktantriebsmotor mit eisenkernlosem Doppelspulen-Stator und Zwillingsrotor.

Nicht mehr messbar

Dieser ist mit jeweils neun Spulen auf jeder Seite des Spulenträgers ausgestattet und verfügt über eine zwölfpolige Ansteuerung. Dadurch erzielt er einen Gleichlauf mit einer Abweichung von weniger als 0,015 Prozent und befindet sich damit in einem Bereich, in dem die Abweichung mit den üblichen Messmethoden nicht mehr zu erfassen ist.

Im Plattenteller des SP-10R kommen Wolfram-Gewichte zum Einsatz. Diese sind in den äußeren Rand eines zehn Millimeter starken Messingauflagetellers eingebettet, der wiederum mit dem Hauptteller aus Aluminiumdruckguss verbunden ist.

Dreischichtige Konstruktion

Daraus resultiert das Gesamtgewicht des Plattentellers von 7,9 Kilo bei einer Massenträgheit von annährend einer Tonne pro Quadratzentimeter. Auf die Unterseite des Aluminiumtellers ist zudem eine schwingungsdämpfende Schicht aus Kautschuk aufgebracht.

Dadurch ergibt sich eine dreischichtige Gesamtkonstruktion, die hohe Steifigkeit mit exzellenten Schwingungsdämpfungseigenschaften verbindet. Um unerwünschtes Rauschen und Vibrationen zu vermeiden, ist die Steuereinheit des SP-10R zudem vom Hauptchassis getrennt.

Rauscharme Spannungsversorgung

Ein hochentwickeltes Schaltnetzteil sorgt für beste Regelcharakteristika für ein hohes Drehmoment. Darin integriert ist eine spezifische technologische Lösung, die Rauscheinwirkungen auf das Tonabnehmersystem unterdrückt. Für die Kommunikation zwischen Haupt- und Steuereinheit greift der SP-10R ebenfalls auf ein äußerst rauschresistentes System zurück.

Durch diese Maßnahmen erreicht der SP-10R einen Geräuschspannungsabstand, der nach Herstellerangaben – bezogen auf analoge Plattenspieler – weltweit seinesgleichen sucht. Für die Abtastung aller Informationen in der Plattenrille sind die neuen Technics Referenzplattenspieler mit einem statisch ausbalancierten S-förmigen Universaltonarm mit einem leichten, aber hoch dämpfenden Armrohr aus Magnesium ausgestattet.

Ein Fall für Spezialisten

Bei der kardanischen Lagerkonstruktion werden Lager mit ultimativer Präzision verwendet. Ausschließlich japanische Spezialfachkräfte mit langjähriger Erfahrung sind in der Lage, die komplizierte Montage und Feinjustierung auszuführen.

Bei der Tonarm-Innenverkabelung kommen Litzendrähte aus sauerstofffreiem Kupfer (OFC) zum Einsatz. Auf diese Weise wird das vom Tonabnehmer abgetastete Musiksignal in keiner Weise beeinträchtigt.
Die Tonarmbasis ist fest an das Plattenteller-Chassis gekoppelt, wodurch die Charakteristika für die Abtastbedingungen zwischen der tonarmtragenden Konstruktion und den Plattentellerlagern jederzeit konstant bleiben.

Bis zu drei Tonarme möglich

Der Abtastvorgang wird somit optimal geschützt. Zusätzliche Tonarm-Basen können optional erworben werden. Zudem lassen sich auch kurze oder lange Tonarmausführungen anderer Hersteller mit der Tonarmbasis verbinden. Inklusive des eingebauten Tonarms sind dabei bis zu drei Tonarme möglich.

Die Modelle SP-10R und SL-1000R wurden nicht nur als Ersatz, sondern auch als Erweiterung der Plattenspielersysteme von Technics konzipiert und designt. So können Nutzer älterer Technics SP-10MK2 und SP-10MK3 Modelle ihre alten Laufwerke inklusive des Steuergerätes gegen den neuen SP-10R austauschen und dabei die Zarge sowie den Tonarm behalten.