Die Deutsche TV-Plattform ist ein Zusammenschluss von zahlreichen Unternehmen, Verbänden und Institutionen, die sich mit der Entwicklung digitaler Medien befassen. Dazu gehören u.a.  private und öffentlich-rechtliche Sender, Gerätehersteller, Infrastrukturbetreiber, Service- und Technik-Provider, Forschungsinstitute und Universitäten, außerdem Bundes- und Landesbehörden.

In einem Punkt herrscht trotz aller Komplexität großer Konsens: „Ultra HD ist in aller Munde, das Tempo technologischer Entwicklungen nimmt kontinuierlich zu. Auch die Erwartungshaltung der Märkte sowie der Konsumenten steigen zunehmend“.

Überschaubare Zahl von Inhalten und Quellen

Angetrieben von verkürzten Entwicklungszeiten und einer beschleunigten Taktung bei der Vorstellung neuer Produkte erlebten Verbraucher im Vergleich zur Einführung von HDTV vor gut zehn Jahren zurzeit ein wahres Innovationsfeuerwerk. Dessen Strahlkraft sei allerdings bislang begrenzt.

Das liege zum einen an der relativ überschaubaren Zahl verfügbarer Inhalte und Quellen, was eine direkte Folge der hohen Anforderungen an Ultra HD-Produktionen für Fernsehsender und Filmstudios sei. Darüber hinaus sei Ultra HD hinsichtlich der Standardisierung von Geräten, Schnittstellen und Übertragungsverfahren insgesamt „sehr anspruchsvoll“. Eine Menge technischer Kürzel und diverse Logos, die Verbrauchern eigentlich Orientierung geben sollen, tragen in der Regel nur zu mehr Verwirrung und Unsicherheit bei.

Die HD PLUS GmbH ist eine hundertprozentige Tochter von SES, einem weltweit führenden Satelliten-Betreiber mit einer Flotte von über 50 Satelliten im Orbit. Das Unternehmen wurde im Mai 2009 gegründet und vermarktet das Produkt HD+, ein zusätzliches Programm-Angebot in hochauflösender Qualität, das über das Astra-Satellitensystem in Deutschland empfangbar ist. Nutzer von HD+ haben Zugriff auf mehr als 50 Sender in HD. Außer 30 meist öffentlich-rechtlichen Stationen empfangen Zuschauer mit dem (gebührenpflichtigen) HD+ Sender-Paket 22 Privatsender in HD.

HD Plus hat noch Plätze frei

Die Chefs von HD PLUS sind allerdings clevere Leute und setzen nicht alles auf eine Karte. Man betreibt mit UHD1 by Astra/HD+ einen der ersten 24/7 Demo-Kanäle für Ultra-HD. UHD1 by Astra/HD+ richtet sich tagsüber unter anderem an den Fachhandel, um Interessenten mit spektakulären Filmen von der überragenden Qualität von UHD-TVs zu überzeugen.

Abends bedient man exklusiv Nutzer von HD+, hier wird exklusiver Content aus den Bereichen Doku, Lifestyle, Action, Clips und Chillout sowie User Generated Content präsentiert. Ressourcen für andere Kunden, die hochauflösend übertragen und senden wollen, sind üppig vorhanden.

Wie mehrmals berichtet, hat Sky inzwischen zwei lineare Sportkanäle (Sky Sport Bundesliga UHD und Sky Sport UHD) sowie einen VoD-Filmbereich freigeschaltet, über die 4K-Übertragungen abgerufen werden können. Natürlich nur, wenn vorher der neue Sky+ Pro Receiver bestellt wird, der einmalig 99 Euro kostet und somit ein günstiges Angebot darstellt.

Stirbt das klassische Fernsehen aus?

Im Frühjahr 2017 startet unter der Bezeichnung DVB-T2 HD das terrestrische Digitalfernsehen. Fachleute raten, sich möglichst schon jetzt neue Digitalreceiver zu kaufen, da die Nachfrage kurz vor dem Start im März wohl „gigantisch“ sein wird.

Die wichtigste Frage in dieser bevorstehenden Zeit des Wandels lautet: Stirbt das klassische Fernsehen aus? Merkwürdig, dass in der Regel nicht schlecht entlohnte Experten und Entscheidungsträger erst jetzt, nach langen Jahren des Abwartens und Nichtstuns, einen bedenklichen Trend in Richtung Internet und Streaming erkennen.

ARD und ZDF gaben nach Informationen von entain.de eine gemeinsame Studie in Auftrag, die prompt belegte, dass Fernsehen und Radio im Doppelpack immer noch beliebter als das Internet sind. Das brachte erstmal wieder Ruhe und Zuversicht in die Anstalten, war aber irgendwie vorhersehbar.

Wäre man jetzt bösartig, würde man sagen, dass das ja so kommen musste! Denn jene 4300 Menschen, die telefonisch befragt wurden, hatten in der Mehrzahl 50 und mehr Jahre auf dem Buckel. Im Sektor der 3 (!) bis 49-Jährigen sei, so teilt entain.de mit, der TV-Konsum nämlich durchaus rückläufig. Hier registriere man eine massive Abwanderung ins Web und zu den Streaming-Diensten.

Pfeffer im Hintern kann Wunder wirken

Nach Erkenntnis von entain.de trotzdem halb so wild. Was logisch klingt, wenn man überzeugend genug orakelt, dass „drei bis fünf Konkurrenten“ den Streaming-Markt unter sich aufteilen werden. Woher wollen die Jungs das wissen? Immerhin erahnen sie, dass die Qualität des Angebots bei Netflix, Amazon und Co. in Sachen Inhalt sowie der guten Mischung aus Serien und Filmen stimmt. Über die Tatsache, dass die Anbieter auch technisch so oft wie möglich Vollgas geben und längst 4K-Material streamen, verliert man kein Wort.

Stattdessen wird über das klassische TV gemeckert, „in dem von schwangeren Teenagern, getauschten Frauen und Dicken beim Versuch abzunehmen berichtet wird“. Das, was Sie da kritisieren, meine sehr geehrten Herrschaften, ist aber nicht das klassische TV, sondern kunterbunter Nonsens auf Jahrmarktsniveau mit Kuriositätenschauen, geprägt von unstillbarer Sensationsgier und gepaart mit Schadensfreude.

Die verfilmte BLÖD-Zeitung! PRIVATFERNSEHEN eben! ARD und ZDF mit ihren Spartensendern sowie ihren dritten Programmen und Rundfunkstationen nahmen und nehmen ihren Bildungsauftrag als öffentlich-rechtliche Sender ernst und scheitern hoffentlich nicht an trägen, realitätsfernen Aufsichtsräten und Entscheidern, die die Zeichen der Zeit nicht erkennen und den Programm-Direktoren Pfeffer in den, äh, Dings blasen.

Wenn entain.de gemächlich behauptet, die Nutzung der Tageszeitung sei nach der Verbreitung von Informationen über das Web auf einem gleichbleibenden Niveau angekommen, ist das schlicht und einfach die Unwahrheit. Die Auflagen der Print-Medien sinken überall und konsequent, auf die Tageszeitung bezogen ist nur noch der Lokalteil interessant, weil alles „Überregionale“ im Überfluss im Netz verfügbar ist.