Vorab ein großer Trommelwirbel: Der südkoreanische Hersteller LG kündigte die Enthüllung einer neuen Signage-Video-Wand in Dubai an. Das Besondere dieser „Videowall“: Sie ist mit einer Fläche von 50 mal 14 Metern nicht nur die weltweit größte OLED Bildschirmfläche, sondern auch die größte High-Definition (HD)-Video-Wand der Welt.

Diese Monitor-Wand im Riesenformat wurde mit 820 LG Open Frame OLED Panels erstellt. Jedes einzelne bietet mehr als zwei Millionen Bildpunkte – insgesamt sorgen also gut 17 Milliarden einzelne Pixel für wahrhaft großartige Bilder.  Standort der neuen „Giga-Wall“ ist die Dubai Mall neben dem Burj Khalifa. LG ist für das Rekordprojekt eine Partnerschaft mit Emaar Entertainment, dem Betreiber des Dubai Aquariums, eingegangen.

Schlanke, biegsame OLED-Displays

„Wir revolutionieren die Art und Weise, wie kommerzieller Raum entworfen und genutzt wird, weil die schlanken und biegsamen Displays auf Basis der OLED-Technologie selbst ein ikonisches Kunstwerk bilden“, erklärt Kwon Soon-hwang, Leiter des Geschäftsbereiches Information Display bei LG Home Entertainment.

„Dieses Pionier-Projekt in Dubai ist ein Beispiel dafür, wie LG Digital Signage Produkte einen Raum harmonisieren und dabei zusätzlich eine innovative Lösung darstellen, nach denen B2B-Kunden (Business to Business) heute zunehmend verlangen. Daher passt es auch perfekt, dass diese einzigartige Bildschirmfläche in der größten Mall der Welt neben dem weltweit höchsten Gebäude installiert ist“.

Hintergrundbeleuchtung ist überflüssig

OLED wird oft als das Display der nächsten Generation bezeichnet, weil es eine „emittierende“ Technik ist, bei der das Display selbst Licht ausstrahlt. Damit entfällt die Notwendigkeit einer oftmals sperrigen und ineffizienten Hintergrundbeleuchtung. Dies führt zu hervorragenden Bildern mit tiefstmöglichen Schwarztönen, lebensechten Farben und einem viel weiteren Betrachtungswinkeln als bei herkömmlich hinterleuchteten Displays.

Der Einsatz von LGs „Open Frame OLED“-Signage im Dubai Aquarium ist besonders passend, da der gebogene Formfaktor der Flatscreens den Wellen des fließenden Wassers folgt. Darüber hinaus können sie sowohl in konvexen als auch in konkaven Kurven, sowohl im Landschafts- als auch im Hochformat modelliert werden. LG Open Frame OLED Signage passt sich jedem öffentlichen und privaten Raum perfekt an.

Individuelle Wirkung auf Besucher

Schön und gut. Aber wenn ich mir das Bild so betrachte, schießen mir jedes Mal die Bezeichnungen Dubai und dekadent durch die morschen Synapsen, was sooo verwunderlich nun auch wieder nicht ist. Die Aufnahme, die allem Anschein nach mit einem leichten Fisheye-Objektiv gemacht wurde, zeigt quasi als Sockel jenes Aquarium, das sich selbst die mächtigsten Triaden aus dem Land des Drachen – die chinesische Mafia – nicht leisten könnte und als gewellten Aufbau darüber die LG-Protzwand.

Menschen, die beide Wunderwerke bestaunen, sind nirgends zu sehen. Also stelle ich mir vor, dass ein etwas gebrechlicher, betagter Scheich mit seinem jüngsten Enkelkind an der Hand daher watschelt, um dem verzogenen Fratzen anhand schwimmender Fische ein wenig die reale Welt außerhalb Dubais zu erklären.

Das gute alte Fischerdorf

Als er selbst den ersten Tiefsee-Karpfen oder was-weiß-ich erblickt, bildet sich Pipi in den Augen des alten Mannes – er erinnert sich an die guten alten Zeiten, als Dubai noch ein belangloses Fischerdorf am Rande der Wüste war, in dem man seine Ruhe hatte und sich nicht ständig über höllisch laute Ferraris, Lamborghinis und Porsches auf den Straßen, nervige Touristen sowie tief fliegende Helikopter ärgern musste.

Der Enkelsohn verschwendet zunächst keinen Blick auf die imposante Unterwasserwelt, sondern ist von dem südkoreanischen „Riesenfernseher“ hin und weg. „So etwas habe ich ja noch gar nicht“, quengelt er ständig. Der Opa muss mehrmals heftig mit seinem massiv-goldenen Spazierstock auf den Boden hauen, um einen drohenden Heulkrampf des Knaben im Keim zu ersticken.

Ein Hai für den Pool?

„Oh du Undankbarer! Bestaune Allahs Schöpfung und senke dann demütig dein Haupt vor so viel Anmut, Grazie und Fantasie!“ Wenn Großväterchen zürnt, darf man nicht bockig sein, sonst wird man aus der Reihe der Erben gestrichen, erinnert der Bube sich und lässt also mit offenem Mund (wirkt besser) seinen Blick durch die herrliche Aquarienwelt streifen.

„Was für ein Fisch ist das dort ganz hinten, ehrenwerter Großvater“, fragt er mit ausgestrecktem Finger und deutet auf einen weißen Hai. „Oho! Das ist das mächtigste Raubtier der Meere“, belehrt ihn der weise Mann.

„So einen möchte ich für unseren Pool, Opa. Da wäre ich dann wunschlos glücklich bis an das Ende meiner Tage“, heuchelt der habgierige Bursche.

„Auf keinen Fall!“, entscheidet der Senior unerbittlich. „Wer soll diese Kreatur denn füttern, hä? Und mit wem? So viele Leiharbeiter haben wir nun auch wieder nicht. Und sag jetzt nicht, dass du dich selbst um das Biest kümmern würdest – das kenne ich! Deine weißen Löwen und Tiger machen mir schon Arbeit genug“.

Da dem Kleinen Tränen der Wut in die Augen steigen, will er ihn ablenken. „Möchtest du nicht lieber doch so einen gebogenen Fernseher wie dort oben?“

„Ach Opa! Mein Kinderzimmer ist doch nur 280 Quadratmeter groß“.

„Kein Problem, wir lassen das Ding maßschneidern, damit du eine gewölbte Video-Wand hast, die um die Ecke geht. Dann kannst du dir jeden Tag „Ali Baba und die 40 Banker“ anschauen, wenn du magst“.

„Ja aber die Umbauarbeiten! Bis diese ungläubigen Arbeiter fertig werden, dauert es doch gewiss drei Tage. Wo soll ich denn dann hin?“

„Sieh dort hinüber – was siehst du da?“

„Das olle Burj Khalifa“.

„Na komm – hab dich nicht so. Für drei Tage wirst du es in dieser bescheidenen Unterkunft schon aushalten. Ich reserviere dir auch die Sultan-Suite“.

„Die mit dem Hubschrauber-Landeplatz?“

„Ei freilich. Und du darfst dich hinfliegen lassen, wo du willst. Na komm schon. Betrachte es als Abenteuer-Urlaub. Mal richtig wie die Wilden leben“.

„Na gut, Opa. Dir zuliebe nehme ich die Strapazen auf mich und folge artig. Mögest du mich in der Erbfolge nicht vergessen“.

„Guter Junge! Blitzgescheit und so bescheiden“.